die ballettgala

steht hoch im Kurs, weltweit. Jede hat ihre eigenen Spielregeln, jede ihre eigenwillige Philosophie – aber immer sind dabei: Sieger unter sich

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Kein Intendant käme je auf die Idee, berühmte Schauspielerpaare ihre schönsten
Dialoge an einem Abend rezitieren zu lassen – fünf Minuten Hamlet und Ophelia, dann Faust und Gretchen, dazwischen ein bisschen Beckett oder ein Monolog von Sarah Kane. Selbst in der flamboyanten Sparte Oper lädt man sich berühmte Gäste meist für eine komplette Rolle ein.

Einzig der Tanzkünstler kultiviert bis heute seine Neigung zu festlichen Einmaligkeiten und lässt in fünfstündigen Marathon-Events die verschiedensten Stile und Nationalitäten häppchenweise aufeinanderprallen, streitet um Solistengarderoben und die Applausordnung, um am Ende strahlend lächelnd Blumenbuketts entgegenzunehmen.

Das höfische Fest, es lebt. Seine letzten Reste blühen in den Ballettgalas, deren spektakulärer Aufbau ein sicheres Maß an pyrotechnischer Fingerfertigkeit erfordert, um die schönsten Raketen am Schluss steigen zu lassen. John Neumeier moderierte im Juli 2014 seine rekordverdächtige «40. Nijinsky-Gala»: Um sich für diese Events überhaupt um eine der begehrten Karten zu bewerben, ist neuerdings der Poststempel eines bestimmten Tages erforderlich. In München heißen die Galas nach Terpsichore und in Wien nach Nurejew, ...

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Tanz Februar 2015
Rubrik: traditionen, Seite 56
von Angela Reinhardt

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