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Für viele geht es in erster Linie um Diana Vishneva, die Mariinski-Queen. Wegen ihr wollen sie das Werk vor allem sehen. Aber Diana warnt: «Das fühlt sich an wie Ballett fürs 21. Jahrhundert. Wenn Sie das gesehen haben, wird traditionelles Ballett auf Sie für immer wirken wie die reine Zeitlupe.» Wollen Sie das wirklich?
Diana Vishneva ist nicht überall mit auf Tournee.
In Amsterdam, zur Uraufführung im Muziektheater, spürte man ihre eigene Wucht auch nur am Schluss, als ihr zwei Tänzerinnen zu Füßen liegen und sie das Zitat des sterbenden Schwans skizziert, sobald sie sich aus den Leitplanken ihres Partners Jason Shipley-Holmes befreien kann. Es war Édouard Locks einziges Zugeständnis oder, so man will, seine Hommage an die berühmte russische Ballerina, die sich im Gegenzug in den diplomatischen Dienst für seinen Fortschritt in der Ballettkunst stellt.
Das Schwanenzitat kann auf anderen Stationen der Tournee auch schon mal entfallen. Lock legt niemals Wert auf symbolische Gesten. Er braucht keine pantomimischen oder motivierenden, den Charakter und seine Gefühle in die Luft malenden Expressionen. Bei diesem Meister aus Kanada ist der weibliche Körper seit je ganz bestimmt kein ...
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Tanz Februar 2011
Rubrik: produktionen, Seite 18
von Arnd Wesemann
Im blauen Licht driften scheinbar knochen- und schwerelos drei Körper. Die erhobenen Arme werden von einer geheimnisvollen Kraft gehalten. Die Köpfe neigen sich blütensacht. Die Figuren ziehen sich an, gleiten aneinander vorbei und entfernen sich wieder. Beben, Grummeln, Pochen, Summen von automatischen Trommeln. Sie sind platziert zwischen den Zuschauerreihen. Als...
Je ärger die Weltwirtschaftskrise zwischen den Weltkriegen wurde, desto mehr näherte sich der Expressionismus dem Tanz an. In Hamburg wurden mehrtägige, aufwendige Künstlerfeste gegeben, mit acht Meter hohen Götzenfiguren, unter denen man den «Götzenbumbum» tanzte. Mary Wigman und Valeska Gert sahen hier den «SüdseeDukDukTanz», zu dem riesige Tanzmasken getragen...
Wie animierte Schlenkerpuppen hüpfen die Tänzer durch den Raum. Dabei atmen sie tief, so tief, als wollten sie die Außenwelt in sich aufnehmen. Sie beginnen sich rhythmisch zu schütteln, immer heftiger, werfen die Gliedmaßen in alle Richtungen. Sie drehen sich mit lang gestreckten Beinen und hoch gerissenen Armen in asymmetrischen Figuren: Schlenkerpuppen wie an...
