Gute Frage, Herr Forsythe
«Warum steht Tanz in der Nahrungskette ganz unten?» Vor sechs Jahren wurde Deutschlands beste Kompanie, das Ballett Frankfurt, abgewickelt, weil «Politiker nicht verstanden, was Tanz bedeutet», sagt William Forsythe. Bedeutungslosigkeit hat damit zu tun, dass im Tanz Deutungslosigkeit herrscht, um nicht zu sagen: Beliebigkeit bei der Interpretation gerade von Forsythes Werk. «In dieses Problem habe ich meine damalige Abfindung investiert.» Er fütterte den Computer mit seinem 17-minütigen Stück «One Flat Thing, Reproduced» aus dem Jahr 2000.
Wir selbst sahen damals, «wie hier das Ensemble in ungebremstem Furor sechzehn Tische über den Boden Richtung Publikum schrammt, mit ihnen flache Hürden baut, um sie im Affentempo zu überschlittern, zu übergrätschen oder mit gestreckten Beinen zu überragen. Das haut nicht nur den einen oder anderen Tänzer um, bis er platt unterm Tisch liegt, sondern im übertragenen Sinn auch den Zuschauer.» Die leidenschaftliche Beschreibung in ballet-tanz befriedigte den Meister nicht, weil er jedem Tänzer eine Führungsrolle übertragen und untersuchen wollte, wie Bewegung in flacher Hierarchie entsteht. Aber was man nicht sieht, kann man nicht wissen. Auf ...
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Kaum ein Leser von Emily Brontës «Wuthering Heights» widersteht dem Bann, der von Cathy, der zentralen Figur des Romans, ausgeht. Wohl umso mehr, wenn man selber so heißt ... Zufall, dass die Leiterin des Bern:Ballet und die Protagonistin ihres neuen Stücks denselben Vornamen tragen. Cathy Marstons Adaption ist entsprechend überzeugend.
Cathy steht für...
Alle kreativen Köpfe definieren sich gern als universelle Allround-Künstler, damit sie selbstbestimmt aus einem Warenkorb der Künste wählen können – mal Paella, mal Salat, mal ein Steak. Oder eben wie einst der Mimos in der Antike – mal Schauspiel, mal Tanz, mal Gesang. Kann man nicht mit allem brillieren, ohne gleich als Da Vinci, das Universalgenie, zu gelten?...
je t’ A.I.M.E
Sie haben eine «Vereinigung von Individuen in engagierten Bewegungen» gegründet. Was macht sie genau?
Julie Nioche: A.I.M.E. soll nicht nur Werke für die Bühne kreieren, sondern auch pädagogische und medizinische Projekte betreiben, die Tanz beinhalten. Jeder von uns arbeitet selbstständig in seinem Bereich. Ich in der Kunst, Isabelle Ginot in Lehre...
