Copy me
Alle kreativen Köpfe definieren sich gern als universelle Allround-Künstler, damit sie selbstbestimmt aus einem Warenkorb der Künste wählen können – mal Paella, mal Salat, mal ein Steak. Oder eben wie einst der Mimos in der Antike – mal Schauspiel, mal Tanz, mal Gesang. Kann man nicht mit allem brillieren, ohne gleich als Da Vinci, das Universalgenie, zu gelten? Meint das «Tanz-Kunst»? Oder geht es nicht in Wahrheit um das genaue Gegenteil: Schubladenferne. Gut, ist auch eine Kategorie.
In sie fällt: Rahel Savoldelli, die in Berlin mit der Schauspielerin Anne Tismer das besonders schubladenferne Kollektiv Gutes Tun gegründet hat.
In Bordeaux zum Festival Les Grandes traversées, einem zweitägigen Programm mit Performern aus Berlin, New York und Buenos Aires mit dem in Berlin lebenden Gastgeber Jared Gradinger, zeigt sie ihr Solo «CopyME» und vervielfältigt sich gleich dreist per Video zum Trio. Am Anfang, belustigend und spannungsvoll, kommt sie noch ganz unschuldig im Kinder-Kart auf die Bühne, demselben, auf dem sie vorher im Video durch lange Amtsflure fuhr. Während sie nun mit dem Tamburin in der Hand über die Bühne flitzt, stellt sie sich als Bandleaderin vor, deren Freundinnen ...
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Ein Stück über den Holocaust? Ein Stück über «uns», die dritte Generation, die nicht mehr und noch immer betroffen ist von der Wucht einer unbegreiflichen Vergangenheit? Ein Stück über Bilder, die uns beim Aufwachsen begleiteten, Erzählungen und Albträume, die uns unsere Großeltern mitgaben? Der Berg an Fragen, den der Hamburger Choreograf Jochen Roller an sein...
Wären sie echt, dann wären sie eine echte Sensation: sekundenkurze Film-Clips des tanzenden Vaslav Nijinsky, circa 1912, entsprechend körnig, düster und verwaschen, für alle frei zugänglich auf YouTube. Unsere Autorin Annette von Wangenheim machte uns auf den Aufruhr im Netz aufmerksam. Sie nahm uns allerdings auch gleich die Hoffnung, dass hier tatsächlich einer...
Totales Dunkel. Lichtkegel auf zwei Hände, die gefangen sind in sich mechanisch wiederholenden Bewegungsschlaufen. Unübersehbarer Fingerzeig auf den zerstückelten Körper. Auch die flackernden Strahlen eines Projektors lassen nur Konturen des Tänzerpaars Victoria Hauke und Olaf Reinecke erahnen. Schattenhafte Flachbilder zappeln im Halbdunkel und geraten im Licht...
