Lutz Förster
Wen immer der französische Choreograf Jérôme Bel berührt, der fährt in die Hölle der Aufmerksamkeit. Véronique Doisneau, eine Gruppentänzerin des Pariser Opernballetts, machte er kurz vor ihrem offiziellen Karriereende berühmter, als es manche Solistin war. Vom thailändischen Tanz wüsste Europa wenig, hätte Jérôme Bel aus Pichet Klunchun nicht einen weltweiten Botschafter geschnitzt. Die Brasilianerin Isabel Torres gilt erst durch ihn in ihrer Heimat als bekannte Tänzerin. Das Erbe von Merce Cunningham übergab Jérôme Bel zuletzt großherzig dem Tänzer Cédric Andrieux.
Auch Lutz Förster, den langjährigen Tänzer des Wuppertaler Tanztheaters und Leiter der Tanzabteilung der Folkwang Hochschule in Essen, hat er geadelt: mit dem Stück «Lutz Förster».
Lutz Förster, das unterscheidet ihn von den anderen, ist kein unbekanntes oder übersehenes Licht. Höchstens ein unterschätztes. Schon sein erster Schritt auf die leere Bühne zeigt den Souverän, der eher Jérôme Bel zuliebe jene Bescheidenheit an den Tag legt, sich überhaupt vorstellen zu müssen. Jeder, denkt man, kennt Lutz Förster als Tänzer in Pina Bauschs «Blaubart», «Danzón», «Bandoneon», «Nelken», «Kontakthof», «Ahnen», ...
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