Ahnung von Schatten

Urs Dietrich: «Dividendo» in Bremen

Tanz - Logo

Film und Bildende Kunst spielen im Tanztheaterwerk von Urs Dietrich eine zunehmend größere Rolle. Sie sind für die Arbeit des Choreografen so essenziell geworden, wie die ihn seit je umtreibende Frage nach dem Wesen von Leben und Tod. Obwohl das neue Stück «Dividendo» von Teilen und Trennen handelt, vom Scheiden aus dem Leben und Übergang in eine Schattenwelt, vom Separieren des Körpers in die Dimensionen des Leibs und der Seele, ist es dem Choreografen des Bremer Tanztheaters wie selten gelungen, die Verbindung von Bewegung, Film, Licht und Musik zu einem vollkommenen Ganzen zu fügen.



Das multimediale Konzept von «Dividendo» geht mit einer leichthändigen Selbstverständlichkeit auf, die verblüfft und in Bann schlägt – durch eine surreale, zwischen Ruhe und Ruhelosigkeit oszillierende Bühnen-Installation von hoher Ästhetik, tänzerischer Klarheit und rätselhafter Magie. Zwischen Irritation und Faszination schwankte jeder bei der Uraufführung des Tanztheaters nordwest im Bremer Schauspielhaus.

Die optische Suggestivkraft entwickelt Dietrich mit einfachen, präzis kalkulierten und überdies raffiniert eingesetzten Mitteln: Im Quadrat des schwarzen Lackbodens spiegeln sich neun weiße ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Dezember 2009
Rubrik: Repertoire, Seite 32
von Klaus Witzeling

Vergriffen
Weitere Beiträge
Tanz im TV

«Ich will das Wort ‹alt› in diesem Raum nicht mehr hören!», ruft Horst Dittmann, einer von vier Ballett-Tänzern der Leipziger Oper, die schon lange nicht mehr tanzen. Die Choreografin Heike Hennig hatte sie 2005 auf die große Bühne zurückgeholt, ihr Stück «Zeit – tanzen seit 1927» konfrontierte Horst Dittmann, Ursula Cain, Christa Franze und Siegfried Prölß mit...

Athen

Athen hat sich sein neoklassisches Nationaltheater aus dem 19. Jahrhundert mitten im Stadtzentrum vom österreichischen Architekten Ernst Ziller neu aufmöblieren lassen. Zum Dank wird es das «Ziller Building» genannt. Dimitris Papaioannou, der seit der Eröffnung der Olympiade in Athen 2004 weltweit ein Begriff ist, hat besonders die moderne Bühnenmaschinerie...

Martin Parr

Martin Parr, der Magnum-Fotograf, eröffnete 2008 eine sensationelle Ausstellung seiner Bilddokumente im Münchner Haus der Kunst. Seither tourt sie um die Welt und zeigt einen Fotojournalismus britischer Herkunft, der sich restlos dessen bewusst ist, dass fast jeder selbst eine Kamera besitzt, und sei sie im Handy eingebaut. Aber, so Parr: «Es gibt sicher mehr...