Zwischen allen Stilen
Da rückt einer nach. Da mischt einer den Zirkel seiner komponierenden Amtsbrüder auf, bekommen die – älteren – Herren Rihm und Pintscher, Haas oder Furrer Blutzufuhr. Anno Schreier heißt der wahrlich noch junge Mann. Der Aachener des Jahrgangs 1979, der, etwas blass, fast ein wenig unbeholfen wirkend, sich im Entgegennehmen des – allenthalben starken – Beifalls noch üben muss, sammelt derzeit förmlich Preise.
Vor zehn Jahren schon war er Preisträger der Saarbrücker Kompositionswerkstatt, und der Förderpreis der Berliner Akademie der Künste 2009 war gewiss nicht die letzte Auszeichnung. Die Studienstiftung des deutschen Volkes nahm ihn früh auf, und das begehrte Stipendium in der römischen Villa Massimo ziert seine Biografie auch schon. Obendrein unterrichtet er seit drei Jahren Theorie in Karlsruhe.
2008 hatte er den Zürcher Wettbewerb Teatro minimo gewonnen. Der damit verbundene Kompositionsauftrag wurde dort nun auch uraufgeführt: «Die Stadt der Blinden», deren Libretto Kerstin Maria Pöhler aus dem Roman des portugiesischen Nobelpreisträgers José Saramago filterte. Gleichzeitig verhalf die Young Opera Company, das ehrgeizige Freiburger Off-Unternehmen, Schreiers erster ...
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Opernwelt Januar 2012
Rubrik: Magazin, Seite 66
von Heinz W. Koch
«Ich erwarte täglich einen Sänger aus Italien, der Preußen sehr gut sein soll», schrieb Kronprinz Friedrich seiner Schwester Wilhelmine Anfang 1737 aus Rheinsberg.(1) Alle Hoffnungen ruhten auf seinem in Rom weilenden Architekten Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff – leider vergebens: «Die hiesige [sic] Castraten entschließen sich schwerlich von dannen zu gehen, die...
Er ist sich treu geblieben. Hat das gemacht, was er immer macht und so gut kann wie kaum ein anderer. Andreas Dresen hat genau hingeschaut, sich Zeit genommen für «seine» Figuren, ihnen zugehört, mit ihnen gelacht, gelitten und gestritten, bis sie ihm ganz nahe waren. Wie gute Bekannte aus dem Alltag. Wie normale Menschen, die sich ein bisschen Glück wünschen, aber...
Vor zehn Jahren hat er sie gegründet. Und innerhalb dieses Zeitraums zu einer der ersten Adressen des New Yorker Opernlebens gemacht. Dass die Gotham Chamber Opera heute als eine grundsolide, aber auch «schicke» Schaufenster-Company wahrgenommen wird, verdankt sie vor allem ihrem «Vater» und Künstlerischen Leiter Neal Goren. Der verfügt über ausgezeichnete Kontakte...
