Von Mozart über Martinu bis Muhly
Vor zehn Jahren hat er sie gegründet. Und innerhalb dieses Zeitraums zu einer der ersten Adressen des New Yorker Opernlebens gemacht. Dass die Gotham Chamber Opera heute als eine grundsolide, aber auch «schicke» Schaufenster-Company wahrgenommen wird, verdankt sie vor allem ihrem «Vater» und Künstlerischen Leiter Neal Goren. Der verfügt über ausgezeichnete Kontakte zu den Machern und Entscheidungsträgern der Stadt. Und hat es so geschafft, ganz unterschiedliche Publikumsschichten für das ehrgeizige, oft innovative Programm zu begeistern.
Eine oder zwei größere Produktionen kann der studierte Pianist und Dirigent jedes Jahr präsentieren. Und weil er bei der Auswahl der Künstler eine gute Nase hat, werden die Aufführungen von der Kritik meist hoch gelobt. Der Schwerpunkt des vom Barock bis zu Zeitgenössischem gespannten Repertoires liegt auf Raritäten, etwa auf Werken aus opernhistorisch peripheren Ländern (unter anderem Stücke des Böhmen Bohuslav Martinu, des Argentiniers Astor Piazzolla und des Schweizers Heinrich Sutermeister). Während die Zukunft der New York City Opera in den Sternen steht, ist die Gotham Chamber Opera mittlerweile eine feste Größe, wenn es um ein intelligentes ...
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Opernwelt Januar 2012
Rubrik: Magazin, Seite 68
von David Shengold
Der Siegeszug der Barockoper auf dem modernen Musiktheater kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass es nur ein schmaler Ausschnitt aus der riesigen Überlieferung ist, der bisher wieder zum Leben erweckt wurde. Eine Statistik für die Jahre 1980 bis 2003 dokumentiert, dass genau die Hälfte der insgesamt 3320 Produktionen auf vier Komponisten entfällt: Händel, den...
Ginge es bei der Verteilung von Nachruhm gerecht zu, müsste Francesco Cavalli seinen Ehrentitel zur Hälfte einem anderen abtreten: Denn die Bezeichnung eines «Shakespeare der Opernbühne» beweist eigentlich schon per se, dass die Stellung des 1602 geborenen Venezianers als bedeutendster italienischer Opernkomponist zwischen Monteverdi und Alessandro Scarlatti nicht...
Felix Mendelssohn Bartholdy war Schüler des Liedmeisters Carl Friedrich Zelter und als solcher natürlich der Kunst des konzentriertesten Ausdrucks zugetan. Doch anders als etwa sein Zeitgenosse Robert Schumann scheint er die Entwicklung des romantischen Lieds kaum vorangetrieben zu haben. Bis vor Kurzem kannte man 79 Sololieder und 18 Duette: «geschliffene...
