Zwangsverwaltet
Gerade ist in Verona das Arena Opera Festival 2016 zu Ende gegangen. Wie so oft in den vergangenen Jahren erlaubte die angespannte finanzielle Situation nur einen eher müden Spielplan mit notdürftig aufgepeppten Altinszenierungen der «Aida», «Carmen», «Turandot», «Traviata» und des «Trovatore». Als einzige Neuerung im Déjà-vu waren zwei Leuchttafeln für Untertitel (Italienisch/Englisch) auszumachen, die links und rechts vom Bühnenbereich der Arena angebracht wurden.
«Es sind schwere Zeiten», seufzt der langjährige künstlerische Leiter Maestro Paolo Gavazzeni, der jetzt noch als Berater tätig ist. Denn seit April steht der Veranstalter, die Fondazione Arena di Verona, eine von 14 zentralstaatlich geförderten Opern- und Orchesterstiftungen in Italien, unter Zwangsverwaltung durch einen vom italienischen Kulturministerium entsandten Kommissar. Zwar konnte der Haushalt im Jahr 2015 (Gesamtbudget: rund 45 Millionen Euro) mit einem Minus von «nur» 1,35 Millionen Euro abgeschlossen werden, doch hatte sich in den Jahren zuvor ein Schuldenberg von über 20 Millionen Euro angehäuft. Weil das mehr als 30 Prozent der Grundeinlagen der Fondazione ausmachte, hatte das Ministerium nach dem ...
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Opernwelt September/Oktober 2016
Rubrik: Im Focus, Seite 32
von Henning Klüver
«Wagners Leben ist so oft erzählt worden, dass es nicht mehr erzählbar ist.» Das ist kein Stoßseufzer aus dem Jubiläumsjahr 2013, in dem zu Richard Wagners 200. Geburtstag erwartungsgemäß eine erhebliche Welle an (auch unerheblicher) Literatur über uns hereinbrach. Nein, Carl Dahlhaus urteilte so vor 45 Jahren in der Einleitung zu seinem Band über die Musikdramen....
Neben Händels Opern haben mittlerweile auch etliche seiner Oratorien den Weg auf die Bühnen der Welt gefunden. Selbst ein so dezidiert undramatisch angelegtes Werk wie «Messiah» wurde bereits verschiedentlich szenisch realisiert. Händels Oratorium über den alttestamentlichen König Saul hingegen, der dem Wahnsinn verfällt und, von Gott verlassen, in der Schlacht...
Die Wiederbelebung vergessener und vernachlässigter (Bühnen-) Werke ist seit vielen Jahren das künstlerische Markenzeichen des Festivals della Valle d’Itria. Dass im Palazzo Ducale eine Partitur erklingt, die nie zuvor zu hören war, passiert freilich selbst im auf Raritäten abonnierten Martina Franca nicht alle Tage. Doch mit Saverio Mercadantes 1831 für Madrid...
