Zurück zu Wagner
Es ist eine Berufung mit Planziel. Nicht nur, dass die Stadt mit ihrem neuen Intendanten Übliches vereinbart hat, im Fall von Ulf Schirmer zwei Premieren und bis zu 30 Dirigate pro Spielzeit. Zugleich erging auch ein inhaltlicher Auftrag: Die Leipziger Oper müsse zum Repertoire-Haus umgebaut werden. «Kein Stagione-Betrieb also», sagt der gerade Berufene, «weg auch von den Koproduktionen, außerdem fehlt hier zu vieles aus dem Kernrepertoire».
Ein Dirigent als Opernchef, das ist nach wie vor selten und hat oft auch nur bedingt funktioniert, man denke an Lorin Maazel in Wien oder Wolfgang Sawallisch in München. Schirmers Aufstieg vom Leipziger Generalmusikdirektor zum Generalverantwortlichen des Hauses, ab August für vorerst fünf Jahre vereinbart, entbehrt aber nicht einer gewissen Logik. Ohnehin fällt Schirmer aus dem üblichen Maestro-Raster.
Als Chef des Münchner Rundfunkorchesters treibt er die programmatische Arbeit des einst gefährdeten Ensembles voran, entdeckte dort seine Vorlieben für Operetten, Filmmusik und moderne geistliche Werke. An der Bayerischen Theaterakademie kümmert er sich bei einer Oper pro Saison um den Nachwuchs. Als Dirigent bei den Bregenzer Festspielen ...
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Opernwelt Mai 2011
Rubrik: Magazin, Seite 75
von Markus Thiel
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