Zum Verwechseln ähnlich
Das Orchester ist hochgefahren, die Balustrade aufgesplittert. Kein Graben trennt Zuschauer und Sänger, und während die einen auf ihre Plätze eilen, halten die anderen Maulaffen feil. Ein Mozart auf Augenhöhe sozusagen, platziert vor allem auf den Seitenbrücken und dem Proszenium. Noch ist der Bühnenvorhang geschlossen, und das Publikum blickt darauf, als weite sich dahinter der Raum zum Theater. Tatsächlich sind hier später rotierende Riesenpropeller zu sehen, die im weiteren Verlauf immer wieder viel Wind machen.
Schließlich versinnbildliche Wind, so lässt sich der Regisseur zitieren, «die Kraft des Begehrens». Er bedeute Freiheit, bringe Veränderungen mit sich und repräsentiere nicht zuletzt «den Sturm der Geschichte», dem Despina insofern entspricht, als sie als Erste einen Stein erhebt. Allein, obschon auf die Zuschauer gerichtet, mutiert er nicht zum Wurfgeschoss. Am Ende des ersten Akts dient er dem Dottore eher als Werkzeug der Verführung.
Es bleibt vieles vordergründig in dieser Aufführung, auch wenn Laurent Chétouane im Programmheft nicht wenig zu bedenken gibt. Als Schauspielregisseur wie als Choreograf viel gefragt, ist er im Opernmetier ein Debütant, und das ist der ...
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Opernwelt Juli 2013
Rubrik: Panorama, Seite 39
von Hartmut Regitz
Eigentlich ist auf den ersten beiden Seiten schon alles gesagt. Wagners «autoritär-antidemokratisches, rassistisches und frauenverachtendes Erbe», sei «anachronistisch, inhuman und antieuropäisch: ein strahlender Giftschrank aus der Vergangenheit, den es verantwortungsvoll zu entsorgen gilt». Gottfried Wagner, Jahrgang 1947, Sohn Wolfgang Wagners aus erster Ehe und...
Lateran, Forum, Kapitol: Die Schauplätze des «Rienzi» lassen sich von der römischen Oper aus erlaufen. 1969 wurde die Tribunen-Saga unter Oliviero de Fabritiis hier erstmals aufgeführt. Die zweite Inszenierung, zugleich die erste in Originalsprache, ist ein Beitrag zum Wagner-Jahr 2013. Hugo de Ana möchte Wagners Jugendwerk zu Roms «Nationaloper» machen. Ob ihm das...
Gut Ding braucht seine Zeit. Auch als Tenor sollte man es nicht zu eilig haben. Der Pole Piotr Beczala galt als Zürcher Ensemblemitglied ein Jahrzehnt lang als Geheimtipp im lyrischen Fach, bis schließlich 2006 mit Auftritten an der Mailänder Scala und an der Metropolitan Opera die Weltkarriere einsetzte, in deren bisherigem Verlauf viele CDs und DVDs mit dem...
