Nationaloper?

Wagner: Rienzi Rom / Teatro dell’Opera

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Lateran, Forum, Kapitol: Die Schauplätze des «Rienzi» lassen sich von der römischen Oper aus erlaufen. 1969 wurde die Tribunen-Saga unter Oliviero de Fabritiis hier erstmals aufgeführt. Die zweite Inszenierung, zugleich die erste in Originalsprache, ist ein Beitrag zum Wagner-Jahr 2013. Hugo de Ana möchte Wagners Jugendwerk zu Roms «Nationaloper» machen. Ob ihm das gelingt, mag man bezweifeln.

Trotz beherzter Striche auf zweidreiviertel Stunden zuzüglich je 25 Minuten Pause nach dem ersten und zweiten Akt hatten nicht nur die Blechbläser des Orchestra del Teatro dell’Opera mit Konzentrationsproblemen zu kämpfen. Schon die dritte Vorstellung war nicht ausverkauft. Das Publikum machte von seinem Recht Gebrauch, vorzeitig zu gehen oder mehr oder weniger geräuschvoll einzunicken. Als alles überstanden war, schwirrten Urteile wie «niente», «non c’è musica», «caso di pubblicità» («Werbe-Trick») durch die Menge.

Dabei hatte es verheißungsvoll begonnen. Stefan Soltesz dirigierte die Ouvertüre zart, leicht, poetisch, mit pathetischen Steigerungen. Was folgte, lässt sich nur als Versuch begreifen, die Musiker bei Laune zu halten und mit Anstand durch eine ungeliebte Partitur zu bringen. Es ...

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Opernwelt Juli 2013
Rubrik: Panorama, Seite 49
von Boris Kehrmann

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