Zum Abwinken

Mozart: Così fan tutte Dresden / Semperoper

Opernwelt - Logo

Impulsiv, mit jugendlichem Charme, ehr­geizig: So hat sich der Israeli und Ex-Barenboim-Assistent Omer Meir Wellber in den letzten Jahren nach vorn dirigiert. An der Semperoper geht er nach Strauss erstmals Mozart an, alle drei da Ponte-Opern soll er hier in der nächsten Zeit leiten. Der Einstieg glückt: In «Così fan tutte» überzeugt er mit engagierter, präziser Schlagtechnik, führt die Staatskapelle zu schlankem, quicklebendigem Klang. In den Rezitativen sitzt er selbst am Hammerklavier.

Wenn er spielt, sind die Musiker auf sich gestellt, was das gemeinsame Fühlen und musikalische Empfinden spürbar intensiviert.

Damit ist leider alles gesagt, was die Produktion positiv auszeichnet. Die Regie fällt demgegenüber dramatisch ab, ist von erschreckender Gedankenarmut. Das heißt, einen Gedanken scheint ­Andreas Kriegenburg doch gehabt zu haben: Ferrando und Guglielmo sind, warum auch immer, als Slapstick-Figuren im Stil Buster Keatons oder Charlie Chaplins angelegt. Das funktioniert aber nicht, weil die Bewegungen viel zu unpräzise einstudiert sind. Personenführung? Nicht vorhanden. Christopher Tiesi als Ferrando bleibt besonders wegen seiner ratlos von sich gestreckten Hände in ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Mai 2014
Rubrik: Panorama, Seite 42
von Udo Badelt

Weitere Beiträge
Impressum

Impressum

55. Jahrgang, Nr 5
Opernwelt wird herausgegeben von
Der Theaterverlag – Friedrich Berlin

ISSN 0030-3690
Best.-Nr. 752267

Redaktion Opernwelt
Nestorstraße 8-9, 10709 Berlin
Tel.: +49(0)30/25 44 95 55
Fax: +49(0)30/25 44 95 12
E-Mail: redaktion@opernwelt.de

Redaktionsschluss dieser Ausgabe
war der 11.04.2014

Redaktion
Wiebke Roloff
Albrecht Thiemann (V. i. S. d....

Renaissance?

An Giacomo Meyerbeers Tod nahm ganz Europa Anteil: Am 6. Mai 1864, vier Tage nach seinem Hinschied, begleiteten drei Musikkorps der französischen Armee die von sechs Pferden gezogene Kalesche mit seinem Sarg. Mehr als zwei Stunden dauerte die Prozession über die Champs-Elysées und die Boulevards zum Pariser Nordbahnhof, wo der Wartesaal für die offizielle...

Ein Denkmal für zwei

Unter den Dokumentarfilmern, die sich für Musik interessieren, nimmt Bruno Monsaingeon ­einen besonderen Rang ein. Der Franzose ist ausgebildeter Geiger und verkehrt mit Musikern sozusagen in ihrer Sprache. Das hat ihm nicht nur Türen, sondern auch Herzen geöffnet. Monsaingeon interessiert sich für die eher scheuen, oft schwierigen Künstler, die ihren Weg abseits...