Zu Hilfe! Zu Hilfe!
Die Bühnenstatistik bestätigt der «Zauberflöte» Jahr für Jahr den Dauerbrenner-Status. Dabei ist das Stück mit seinem langen zweiten Aufzug gar nicht leicht zu inszenieren. Und was tun mit den Dialogen? Kürzen? Umschreiben? Aufpeppen? Damit Papagenos Mundart-Witze nicht zu matten Schenkelklopfern verkommen, braucht’s mindestens ein gutes Gespür für Timing. Schließlich: Den Theatern dient das Stück als Goldesel, es muss sich im Repertoire behaupten können – und trotzdem sollte mehr drin sein als ein nettes Märchen.
Heidelberg, Osnabrück und Hamburg haben die «Zauberflöte» jetzt neu aufgelegt, mit ganz unterschiedlichen Ansätzen – und ganz unterschiedlichem Erfolg.
In Heidelberg setzt Maximilian von Mayenburg auf den ewigen Zwist von Mann und Weib. Zwar erwähnt der Regisseur im Programmheft die antike Vorstellung vom «Kugelmenschen», in der Mitte entzweigeteilt und seither verzweifelt auf der Suche nach seiner besseren Hälfte. Die Spielfläche ist denn auch eine Halbkugel. Eine größere Rolle spielt allerdings ein alttestamentarischer Topos: die Vertreibung aus dem Paradies. Während der Ouvertüre sehen wir «Adam und Eva» noch in seliger Eintracht. Zärtlich schmust Sarastro mit der ...
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Opernwelt November 2016
Rubrik: Im Focus, Seite 8
von Wiebke Roloff
Einst an den Rand gedrängt, ist die Moderne nun fest verankert im Programm der Bregenzer Festspiele. Neben Otto M. Zykans «Staatsoperette» stand diesmal sogar eine zweite zeitgenössische Oper auf dem Programm: Miroslav Srnka vertonte in «Make No Noise» (2011) den brisanten Stoff eines Films, der die zufällige Begegnung zweier traumatisierter Menschen thematisiert,...
«Who is Silvia? What is she ...» Und dazu die berühmte, frivol getupfte Klavierbegleitung Franz Schuberts: Kannte man das nicht anders, auf Deutsch? Dabei steht, man kann sich gar nicht satthören, dem Lied «An Silvia» der englische Originaltext aus «Twelfth Night», aus «Was ihr wollt» also, ganz ausgezeichnet. Vor allem gehört das Stück dringend auf ein...
Ja, die unerträgliche Leichtigkeit des Seins: «Überhaupt irrt man», schrieb Mozart an den Kapellmeister Johann Baptist Kucharz, «wenn man denkt, dass mir meine Kunst so leicht geworden ist ...». Und der Wiener Schriftsteller und Kritiker Hans Weigel vermerkte in seinem Buch «Apropos Musik» ein wenig flapsig, wer Mozart leicht fände, den solle der Lortzing holen....
