«Wir müssen stärker europäisch denken»

Nach dem Wechsel Stéphane Lissners an die Mailänder Scala ist der Organist Bernard Foccroulle, von 1992 bis 2007 Chef der Brüsseler Oper, neuer Intendant des Festivals von Aix-en-Provence

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Herr Foccroulle, inwieweit wollen Sie anknüpfen an die Tradition des Festivals von Aix-en-Provence?
Tradition ist für mich sehr wichtig. Es gibt seit sechzig Jahren eine Tradition dieser Festspiele, die von Daniel Dusurget bis hin zu Stéphane Lissner reicht, der das Festival acht Jahre leitete. An diese Tradition will ich anknüpfen, aber ich möchte sie auch erweitern. Dabei wird womöglich eine neue Identität entstehen, in der der Begriff «Création», also des Neuen ein große Rolle spielen wird.

Damit meine ich die Kreation neuer Opern, aber auch den kreativen Blick auf das Repertoire.

Apropos Repertoire: Was gibt es 2007 in Aix?
Der «Ring» mit Simon Rattle und Sté­phane Braunschweig wird fortgesetzt, Pierre Boulez und Patrice Chéreau machen Janáceks «Aus einem Totenhaus», wir haben eine neue Produktion von Mozarts «Le nozze di Figaro» im Programm, wir nehmen unsere «Entfüh­rung aus dem Serail» wieder auf und unsere sehr erfolgreiche Produktion von Monteverdis  «Orfeo» aus dem Jahr 1998 mit Trisha Brown und René Jacobs. Und es gibt ein Projekt mit Monteverdi-Madrigalen, das von der Académie Euro­péenne de Musique bestritten wird.

Welche Rolle spielt für Sie diese Académie bei den ...

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Opernwelt September/Oktober 2006
Rubrik: Magazin, Seite 53
von Dieter David Scholz

Vergriffen
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