Weltbühne Bergdorf
Es bleibt spannend im Oldenburger Alpen-«Ring». Auch im dritten Teil von Wagners Tetralogie bewiesen Regisseur Paul Esterhazy und sein für die technisch hochprofessionell entworfene Drehbühne mit ihren zahlreichen ineinander verschachtelten Räumen zuständiger Bühnen- und Kostümbildner Mathis Neidhardt, dass ihnen die Ideen nicht ausgehen.
Und wieder war man erstaunt, mit welcher Folgerichtigkeit es ihnen gelungen ist, das gewaltige mythologische Geschehen um Walhalls Niedergang und Wotans Abstieg deckungsgleich auf den Mikrokosmos eines abgeschiedenen Schweizer Bergdorfs zu übertragen und trotz der ganz anderen Positionierung der Handlung die elementare Wucht und Größe der Probleme zu erhalten.
Das «Ring»-Personal erhält hier seine ganz eigenen Charakteristika: Da ist Wotan, der Großgrundbesitzer, der ehemals das unumschränkte Sagen im Dorfe hatte, inzwischen aber ganz schön abgehalftert ist. Mit Umhängebart verkleidet, zieht er als Wanderer durch die Gegend und versucht, sein Image aufzupolieren. Mime, der an sich pfiffige Dorfschmied, lässt sich von ihm so halbwegs beeindrucken, doch Alberich, der alkoholsüchtige proletarische Emporkömmling, bietet ihm knallhart Paroli, ebenso ...
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Opernwelt November 2018
Rubrik: Panorama, Seite 53
von Gerhart Asche
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