Wegzauber-Künstler
Der Letzte macht das Licht aus. Er hat es ja auch angemacht. In der Staatsoper Hannover dreht Leporello Glühbirnen in die kleinen Leuchten am Rampenrand, ehe das Spiel beginnt. Und am Ende werden sie wieder eingesammelt. Dazwischen gibt es ein erstaunliches Spiel mit Licht und Schatten, mit Erwartungen und Enthaltungen.
Was man allerdings nicht zu sehen bekommt, ist der Titelheld. Eine «Giovanni»-Aufführung, in der Don nie zu sehen ist, dürfte einmalig sein. Dahinter steckt Benedikt von Peter, als Opernregisseur ein Meister der Dislokation, ein Wegzauberkünstler.
In Hannover hat er schon die Distanz zwischen Zuschauern und Akteuren verschwinden lassen (bei Nonos «Intolleranza») und in «La traviata» Violetta Valéry mutterseelenallein auf die Bühne gesetzt. In Bremen hat er für eine szenische Aufführung von Mahlers 3. Sinfonie das Orchester lange hinter einem Bretterzaun versteckt und die «Bohème» ganz auf die männlichen Bohemiens (Pech für Mimì und Musette) konzentriert. Und jetzt also ein «Don Giovanni», in der man vom Verführer immer nur die behandschuhten Hände sieht – und seine Wirkung auf die Verführten. Das allerdings in Großaufnahme. Katrin Wittigs Bühnenbild wird von einem ...
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Opernwelt Juli 2014
Rubrik: Panorama, Seite 46
von Rainer Wagner
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