Wegen Schlechtwetter im Saale
Ein bisschen Süffisanz war schon dabei, als der steirische Landeshauptmann Franz Voves vom Grazer «Dreimäderlhaus der Kultur» kalauerte. Fakt ist, dass mit Elisabeth Sobotkas Amtsantritt als Intendantin der Oper Graz nun drei Frauen an der Spitze wichtiger Grazer Kulturinstitutionen stehen: neben ihr Anna Badora als Schauspiel-Intendantin und Veronika Kaup-Hasler als Chefin des Steirischen Herbstes.
Sobotka, geborene Wienerin, von 2002 an Operndirektorin Unter den Linden in Berlin und davor Betriebsdirektorin an der Wiener Staatsoper, dankt Ioan Holender für die entscheidenden Impulse ihrer Laufbahn. «Er Wotan, ich Brünnhilde», hat sie in einem Interview gesagt.
Mit Wagner begann denn auch ihre Grazer Tätigkeit – nicht mit der «Walküre», sondern mit den «Meis-
tersingern». Regisseur Alexander Schulin schiebt seinen Thespiskarren über bewährte Straßen deutscher Regietheater-Ideologie, die sich gerade bei den Werken Wagners um die Rehabilitierung eines von den Nationalsozialisten kontaminierten Repertoires bemüht. Zusammen mit seinem Ausstatterteam Alfred Peter (Bühne) und Eva Maria Dessecker (Kostüme) sorgt Schulin für die üblichen Regietheater-Topoi: Innenraum und Straßenkleidung. ...
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Über den Ansatz, der ihn bei seinem «Wozzeck» leitete, gab Alban Berg in einem 1928 erschienenen Aufsatz präzise Auskunft: «Die Musik so zu gestalten, (…) dass sie alles, was dieses Drama zur Umsetzung in die Wirklichkeit der Bretter bedarf, aus sich allein herausholt, damit schon vom Komponisten alle wesentlichen Aufgaben eines Regisseurs fordernd.» Damit ist...
Ein Kind des Nordens war er von Anfang an. Ein Spross der Hamburger Bürgerkultur. Oder sagen wir besser: ein halber Norde, denn seine Vorfahren sollen aus dem italienischen Adelsgeschlecht d’Pazzi stammen. Dies ist zwar wohl eine Legende, sie hilft aber, Friedrich Pacius gesamteuropäisch zu verorten. Am 19. März 1809 wurde er in eine erst seit 1806 in Hamburg...
Unter den Frauen Gounods ist sie gewiss die blasseste. Weder hat sie das Feuer der Juliette, noch das Fatalistische der Marguerite, und auch die Königin von Saba, Sappho und Baucis werfen mehr Schatten als sie, die zartdünne Erscheinung. Wenig Wunder, dass Mireille bei ihrem Erscheinen in der Welt am 19. März 1864 im Théâtre-Lyrique zu Paris nur wenig Glanz...
