Was der Hörer nicht kennt...
Im globalisierten Opernbetrieb müssen Sänger selbstverständlich auch in Sprachen singen, die sie nicht beherrschen, und die Partien notfalls phonetisch lernen. Oft ist das Ergebnis unbefriedigend. Längst sind Übertitel nötig, damit das Publikum Texte in seiner Muttersprache versteht. Der Frage, ob diese Texte phonetisch «entstellt» überhaupt noch verstehbar sind – auch im emotionalen Sinne –, weicht man aus, weil sonst der Sinn vieler Aufführungen gänzlich in Frage gestellt wäre.
Betroffen von der Sprachbarriere sind besonders französische Opern, die – abgesehen von Hits wie «Carmen» oder «Faust» – auch deshalb vergleichsweise selten gespielt werden, weil sie eben auf Französisch gesungen werden müssen. Immer noch herrscht die Ansicht, Italienisch sei die sanglichste Sprache, sanglicher jedenfalls als das Französische. Tatsächlich fällt bloß die Aussprache leichter: Das Italienische hat sieben, das Französische aber sechzehn Vokal-Phoneme.
Zwei vom amerikanischen Label Marston veröffentlichte Anthologien bieten jetzt Gelegenheit, das vokale Idiom Giacomo Meyerbeers zu studieren. Auf insgesamt sechs CDs sind in Aufnahmen aus den Jahren 1899-1925 Titel aus «Robert le Diable», «Les ...
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Opernwelt Januar 2016
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 28
von Jürgen Kesting
Ich bin nicht stolz», sagt Michail Jurowski am Ende seiner «Erinnerungen», die der Henschel Verlag anlässlich seines 70. Geburtstags am 25. Dezember herausgebracht hat. «Ich bin glücklich.» Dabei hat er es wahrlich nicht leicht gehabt in seinem Künstlerleben. Am eindrücklichsten bleiben jene Passagen in Erinnerung, in denen es um den Antisemitismus in der...
Nein, das Datum wollen wir mal nicht so ernst nehmen. «Das schlaue Füchslein», so wie es in Darmstadt drei Tage vor dem ersten Advent zur Premiere kam, ist kein putziges Weihnachtsmärchen. Es ist aber sehr wohl ein Abend mit Herz und Gemüt, einer, der handwerkliche Souveränität mit Versenkung in die Sache kombiniert. Man könnte auch sagen: einer, der Klarheit und...
Nicht alle Hunde, die bellen, beißen auch. Weiß man ja. Der Jäger, der Schneewittchen töten soll, bringt das nicht fertig. Bei Elena Kats-Chernin und Susanne Felicitas Wolf in Berlin muss Schneewittchen nicht mal alleine durch den dunklen Wald: Ein Riesenkarnickel steht ihr bei. Damit sich bloß keiner gruselt. Dazu gibt’s einen bunten Salat aus Britten und Wagner...
