Warum das alles
Mit einer neuen Oper, die sich ausdrücklich an ein jugendliches Publikum wendet, und einer selten gespielten Barockoper zieht die Vlaamse Opera derzeit überregionales Interesse auf sich. Doch beide Produktionen gerieten problematisch.
Die Inhaltsangabe zu «The Rage of Life» liest sich hochdramatisch: Im Mittelpunkt der Oper steht der 18-jährige Leif, der in eine junge Frau namens Helena verliebt ist, eine Verbindung, die seine Eltern nicht billigen. Als sie ihm mitteilen, Helena sei tot, glaubt er ihnen nicht und verlässt das Haus.
Tatsächlich findet er Helena auf einem verlassenen Fabrikgelände: Sie hat Beweise für eine Korruptionsaffäre, in die auch Leifs Vater, ein Politiker, verwickelt ist. Leif wird aufgegriffen und von seinen Eltern in die Psychiatrie eingewiesen, doch er kann mit Helenas Hilfe fliehen; dabei tötet er einen Arzt. Sie werden verfolgt, Helena wird vergewaltigt, schließlich retten sie sich durch den Sprung in einen scheinbar bodenlosen Schacht der alten Fabrik. Sie stürzen aber nicht in den Tod, sondern landen in einer anderen, besseren Welt.
In Igor Bauersimas Libretto verbirgt sich eine Allegorie: Leif = Life verkörpert die Lebensenergie schlechthin, Helena das ...
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