Von Lebenselixieren und grauen Wölfen

Janáceks «Sache Makropulos» und d’Alberts «Tiefland» in Zürich

Opernwelt - Logo

Zürich hat Opernfestspiele gefeiert. Wie jeden Sommer zum Abschluss der Spielzeit. Eine thematische Bündelung oder gar künstlerisch innovative Planung kennt man dafür seit Jahren nicht mehr. Sängerstars geben sich die Klinke in die Hand. Ein Konzept, das Stückwahl, Regieteam und Solistenengagements aufeinander beziehen würde, war auch diesmal kaum auszumachen. Obwohl sein Haus das bestdotierte Europas ist, stellt Opernchef Alexander Pereira zusätzliche Subventionsforderungen. Stars, so Pereira, kosteten Geld.

Das Engagement von Stars aber sei die Voraussetzung, um private Sponsoren zu gewinnen. Wie auch immer – die Forderungen stehen in krassem Missverhältnis zum künstlerischen Ertrag der jüngsten Zürcher Premieren. «Die Sache Makropulos» enttäuschte herb. Und auch bei «Tiefland» konnte von einer zwingenden Verbindung von Musik und Szene keine Rede sein.
Star der Janácek-Premiere war, genau genommen, die große Bühnenbildnerin Titina Maselli, die 2004 starb. Ihre letzte Arbeit waren die Skizzen zu Janáceks «Sache Makropulos», die sie für die Oper Zürich angefertigt hatte. Eine «plas­tische These» nannte Maselli diese Skizzen, aus denen heraus der Regisseur seine Vorstellungen ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt August 2006
Rubrik: Im Focus, Seite 22
von Hanspeter Renggli

Vergriffen
Weitere Beiträge
«Er wäre sicher ein Verdi des 20. Jahrhunderts ­geworden»

Herr Jansons, warum machen Sie so ­wenig Oper?
Vielleicht hat das mit meiner Geschichte zu tun: In Riga bin ich als Dreijähriger in der Oper aufgewachsen. Meine Mutter war Sängerin, mein Vater Dirigent an der Oper. Meine Eltern brauchten keinen Babysitter, denn ich war von früh bis nachts im Theater, ich kannte alles auswendig. Dann verschrieb sich mein Vater in St....

Bemühungen um Richard Strauss

Semyon Bychkov hat zu «Elektra», die er 1992 erstmals in Paris dirigierte, eine besondere Beziehung, und es war ihm ein Anliegen, sie unter Bedingungen zu erarbeiten und festzuhalten, die im herkömmlichen Opernbetrieb nicht gegeben sind. Beim WDR bekam er die erwünschte Gelegenheit. Ein halbes Jahr vor den ersten konzertanten Aufführungen konnte er mit den...

Schubert. Schubert?

Beschreibung:
Als Komponistenpersönlichkeit lässt sich Franz Schubert (1797-1828) nicht auf eine einfache Formel reduzieren, auch wenn es schon hunderte Male versucht worden ist. Weder war er ein «Liederfürst» (außerhalb seiner Heimatstadt Wien, die er fast nie verließ, blieb er zeitlebens so gut wie unbekannt), noch ein abgründiges Genie, ein «Todesmusiker», und...