«Er wäre sicher ein Verdi des 20. Jahrhunderts geworden»
Herr Jansons, warum machen Sie so wenig Oper?
Vielleicht hat das mit meiner Geschichte zu tun: In Riga bin ich als Dreijähriger in der Oper aufgewachsen. Meine Mutter war Sängerin, mein Vater Dirigent an der Oper. Meine Eltern brauchten keinen Babysitter, denn ich war von früh bis nachts im Theater, ich kannte alles auswendig. Dann verschrieb sich mein Vater in St. Petersburg der Symphonik. Das war eine ganz andere Welt, seine Konzerte, seine Meisterklassen. Ab 1971 war ich selbst Assistent von Jewgeni Mrawinskij. Trotzdem habe ich in St.
Petersburg zwischen 1969 und 1994 – nebenher – «Figaro» gemacht, «Traviata», «Carmen», «Onegin». Doch ich lehnte ab, als ich als ganz junger Mann Chef des Mariinsky-Theaters werden sollte. Dass Sie mich nicht missverstehen: Ich hatte immer Hunger nach Oper, aber auch immer zwei Orchester zu betreuen: St. Petersburg – Oslo, Oslo – Pittsburgh, Pittsburgh – Bayerischer Rundfunk, jetzt BR und Concertgebouw: Ich hatte nie Zeit für Oper. Aber vielleicht hätte alles auch genau umgekehrt kommen können.
Was stünde einem Opern-Projekt pro Saison im Weg?
Ich habe 1996 wieder angefangen, ich hatte Engagements aus London, Brüssel, St. Petersburg. Ich hatte ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Semyon Bychkov hat zu «Elektra», die er 1992 erstmals in Paris dirigierte, eine besondere Beziehung, und es war ihm ein Anliegen, sie unter Bedingungen zu erarbeiten und festzuhalten, die im herkömmlichen Opernbetrieb nicht gegeben sind. Beim WDR bekam er die erwünschte Gelegenheit. Ein halbes Jahr vor den ersten konzertanten Aufführungen konnte er mit den...
Sieben Einspielungen von «Moses und Aron» sind seit der ersten Aufnahme von 1954 entstanden, einige davon leider nicht mehr lieferbar, wie die herausragenden unter Georg Solti (1984) oder Michael Gielen (1974). Letztere ist nun zumindest als «Soundtrack» der Verfilmung von Danièle Huillet und Jean-Marie Straub wieder verfügbar. Freilich mit dem Unterschied, dass...
Herr Gallo, Sie sind dem deutschen Publikum seit vielen Jahren ein Begriff, aber über Ihre Anfänge ist hier nicht viel bekannt. Wie sind Sie zum Singen gekommen?
Gesungen habe ich schon immer, zuerst vor allem Popmusik, ein paar Jahre auch professionell. Als ich später am Konservatorium Kontrabass studierte, riet mir ein guter Freund, meine Stimme ausbilden zu...
