Von Geistern und Menschen
Der 1763 in Schwetzingen geborene Franz Danzi gehört zu den vielen zwischen Frühklassik und Frühromantik eingezwängten Komponisten, die sich der Einordnung in Epochen-Schubladen widersetzen. Nach Engagements in München und Stuttgart wirkte er von 1812 bis zu seinem Tod 1826 als Hofkapellmeister in Karlsruhe. Von seinem umfangreichen, alle Gattungen umfassenden Schaffen sind heute nur noch die neun Bläserquintette bekannt.
Jetzt hat der nach wie vor entdeckungsfreudige Frieder Bernius eine von Danzis 17 Opern ausgegraben und auf seinem Festival «Stuttgart Barock» konzertant präsentiert: den 1813 für Karlsruhe entstandenen «Berggeist». Bernius knüpft dabei an die beiden vorausgegangenen Festivals an, bei denen er sich für zwei vergessene Stuttgarter Hofopern, Justin Heinrich Knechts «Die Äolsharfe» und Johann Rudolph Zumsteegs «Die Geisterinsel», engagierte. Beide liegen inzwischen bei Carus auf CD vor.
Danzi erweist sich in dieser «romantischen Oper» – so der Untertitel – als Vorläufer von E. T. A. Hoffmanns «Undine» (1814), Webers «Freischütz» (1821), Marschners «Hans Heiling» (1833), ja selbst Wagners «Holländer» (1843). Wie dort stoßen auch in Danzis stofflich auf die ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Juni 2012
Rubrik: Magazin, Seite 65
von Uwe Schweikert
Impressum
53. Jahrgang Nr. 6
Opernwelt wird herausgegeben
vom Friedrich Berlin Verlag
ISSN 0030-3690
Best.-Nr. 752244
Redaktion Opernwelt
Knesebeckstraße 59-61 | 10719 Berlin
Tel.: +49(0)30/25 44 95 0
Fax: +49(0)30/25 44 95 12
E-Mail: redaktion@opernwelt.de
www.opernwelt.de
Redaktionsschluss dieser Ausgabe war
der 09.05.2012.
Redaktion:
Stephan Mösch
Albrecht...
Da ist nachgedacht worden. Man merkt es dem Programmbuchgespräch an, dass Regisseur David Pountney über die komplizierte Editionslage von Alexander Borodins «Fürst Igor» Bescheid weiß. Denn: Verworren ist das Wenigste, was man darüber sagen kann. Gerade mal 185 der 710 Partiturseiten sind O-Ton-Borodin. Mindestens 60 Prozent der Fassung, die Nikolai Rimsky-Korsakow...
Es soll Zeiten gegeben haben, in denen sich Regisseure lieber einen Finger abgetrennt hätten, als im «Lohengrin» auf der Bühne einen Schwan zu zeigen. Konnte dieser doch als Sinnbild für naturalistischen Bühnenballast und unzählige Anekdoten herhalten. In den beiden aktuellen Produktionen am Rhein herrscht kein Schwanenmangel: In Koblenz lässt Videokünstler Georg...
