Vom Scheinsieg der Kunst
Geschäftig wuseln die Streicher des RSO Wien, von Dirigent Bertrand de Billy energisch angetrieben, in den ersten Takten von «Ariadne auf Naxos». Beflissen eilt diese Musik voraus, möchte den Hörer führen wie der diensteifrige Einheimische den ortsunkundigen Fremden.
Doch wohin? Zunächst in einen «tiefen, kaum möblierten und dürftig erleuchteten Raum im Hause eines großen Herrn». So Hugo von Hofmannsthals Szenenanweisung.
Hans Schavernochs Bühnenbild für Harry Kupfers Inszenierung im Theater an der Wien führt uns freilich in einen heutigen Flugzeughangar (mit auffälliger Ähnlichkeit zum bei den Schickimickis renommierten Kunst-Hangar eines in Salzburg beheimateten Powergetränk-Tycoons). Dort wird gerade eine verrückte Rokoko-Fête vorbereitet, bei der zwei völlig unterschiedliche Piècen, die heroische Oper «Ariadne auf Naxos» und die Tanzmaskerade «Die ungetreue Zerbinetta und ihre vier Liebhaber», simultan aufgeführt werden sollen. Das nervt im Stück zwar den Komponisten der Ersteren (die intensive Heidi Brunner), doch soll es im erwähnten Salzburger Hangar durchaus schon Ähnliches gegeben haben.
Auf die Allianz – und nicht selten Mesalliance – von Geld und Kunst hebt Kupfers ...
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