Vom Film her gedacht
Christian Jost zählt zu den erfolgreichsten deutschen Opernkomponisten seiner Generation. Zuletzt war er mit «Die arabische Nacht» nach dem gleichnamigen Theaterstück von Roland Schimmelpfennig im Gespräch. Der 48-Jährige setzt sich erfrischend von seinen Altersgenossen ab, indem er sich auf aktuelle Literatur stützt, statt sein Heil in den Tiefen der antiken Mythologie oder jahrhundertealter Dramatik zu suchen (seinen «Hamlet» ausgenommen).
Auch das Libretto seiner jüngsten Oper «Rumor» basiert auf einem zeitgenössischen Text, nämlich dem Roman «Der süße Duft des Todes» des mexikanischen Autors Guillermo Arriaga, der vor allem durch seine Drehbücher für Hollywood-Streifen wie «Babel» oder «21 Gramm» bekannt wurde.
Zur Initialzündung wurde für Jost jedoch der Film «Amores Perros» nach einem Script von Arriaga. Auf der Suche nach einem passenden Opernstoff aus dessen Feder stieß er auf den Roman und destillierte daraus mit dem Einverständnis des Schriftstellers selbst ein Libretto, das Schwerpunkte setzt, die es so im Roman gar nicht gibt.
Der Roman erzählt eine archaisch grausame Geschichte: In einem weit abgelegenen mexikanischen Dorf wird das Mädchen Adela tot aufgefunden. Die ...
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Opernwelt Mai 2012
Rubrik: Panorama, Seite 33
von Regine Müller
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