Expedition ins Nichts

Würzburg | Wagner: Tristan und Isolde

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Ein kleiner, weiß auf schwarz gestrichelter Stern leuchtet auf. Er wird größer, nimmt die Zuschauer mit ins Wunderreich der Nacht, ins Weltall, wo Planeten kreisen und Myriaden von Sternen. Die Reise endet im Nichts, in der Auslöschung. Es gibt kein Glück, weder in Cornwall noch auf Kareol, weder für Tristan noch für Isolde. Das ist in Hermann Schneiders «Tristan»-Inszenierung von Beginn an klar.



Der Einheitsraum von Falko Herold zeigt den Bauch eines heruntergekommenen (Raum-)Schiffs, in den sich einige Überlebende gerettet haben – neben einer Fülle von Leichen, die fast den ganzen Boden bedecken. Dass die Menschen, die hier noch leben, traumatisiert sind, ist nicht zu übersehen. Der junge Seemann und Hirte geistert wie ein Zombie durch die Szene. Lebendig sind allenfalls die beiden Dienerfiguren: Brangäne löffelt Joghurt, Kurwenal ist ein Comicfan. Tristan stakst dagegen solipsistisch durch den Raum. Nur Isolde in ihrem Business-Kostüm und mit hochgesteckten Haaren scheint einen Rest an Contenance bewahrt zu haben – selbst wenn sie aus dem Beautycase Morolds abgeschlagenen Kopf holt.

Erst der vermeintliche Todestrank reißt beide aus realer Zeit und Welt. Eine Spiegelwand ...

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Opernwelt Mai 2012
Rubrik: Panorama, Seite 44
von Monika Beer

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