Virtuos verspielt
Viele Namen wurden gehandelt, aber am Ende war es doch eine Überraschung: Den neuen «Ring» der Bayreuther Festspiele 2020 inszeniert der gerade 30-jährige «Ring-Award»-Preisträger Valentin Schwarz, die musikalische Leitung hat der Finne Pietari Inkinen, über dessen erstes Dirigat der Tetralogie im australischen Melbourne «Opernwelt» berichtete (siehe OW 1/2014). Den Wotan übernimmt Günther Groissböck. Die Rolle der Brünnhilde teilen sich Petra Lang, Daniela Köhler und Christine Goerke, die des Siegfried Andreas Schager und Stephen Gould.
2021 soll dann bei einem neuen «Holländer» erstmals eine Frau im verdeckten Graben am Pult stehen. Für die Überraschung der diesjährigen Festspiele sorgten Regisseur Tobias Kratzer und sein Team mit einem ebenso unterhaltsamen wie klugen und anrührenden «Tannhäuser». Mehr darüber und andere Eindrücke von der aktuellen Saison auf den folgenden Seiten
Siegfried Wagner, der schwule Sohn des Meisters, muss sich glucksend im Grab herumgedreht haben. Am Tümpel gleich hinter der nach ihm benannten Allee tanzt eine schwarze Dragqueen in weißen Schwanenschuhen und pinker Nylonstrumpfhose, groovt Nat King Coles «Smile» und – nun ganz Lady Gaga – die ...
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Opernwelt September/Oktober 2019
Rubrik: Im Focus, Seite 14
von Stephan Mösch
Neulich hatte ich einen merkwürdigen (Tag-)Traum. Ich träumte, ich wäre Marcello Mastroianni, führe mit einem Zug durch die Landschaft und träfe im Speisewagen eine bildhübsche Frau, die so aussah wie Sophie Marceau in dem Filmkrimi «Fluchtpunkt Nizza». Wir plauderten eine Weile, schließlich überredete die schöne Fremde mich, mit ihr an der nächsten Station...
Vom Teatro alla Scala gibt es die schönen, noch auf die Zeiten Toscaninis zurückgehenden Plakate mit den dekorativen Lorbeerzweigen und dem roten Kreuz des Mailänder Stadtwappens in der Mitte. Mit dem emblematischen Logo waren bis vor Kurzem auch die Eintrittskarten geschmückt. Sie wurden von Hand eingetütet, per Post verschickt und galten bei den Besuchern als...
Scheibchenweise geht das bei den Tiroler Festspielen. Und den Überblick haben eigentlich alle verloren, die nicht regelmäßig im Saal des Innsbrucker Gerichts dabei sind. Eine der Entscheidungen in Sachen Gustav Kuhn sticht heraus: Sexuelle Übergriffe in Erl hat die Gleichbehandlungskommission inzwischen bestätigt, rechtliche Wirkung hat das (noch) nicht. In den...
