«Vielleicht komponiere ich irgendwann eine Oper»
Frau Lukacs, Sie waren gerade zwanzig Jahre alt, als Sie ihr Debüt an der Budapester Staatsoper gaben – als Leonora in «Il trovatore». In diesem Alter beginnen die meisten gerade erst ihr Gesangsstudium. Waren Sie ein Wunderkind?
Nein, eigentlich nicht. Ich wollte überhaupt nicht Sängerin werden. Ich dachte immer, Sänger sind keine «richtigen» Musiker. Ich habe Komposition studiert, ich wollte Opern schreiben, nicht singen. Aber dann hat mich jemand singen gehört.
Es war wie in hunderten anderer Biografien, die alte Geschichte: «Du musst deine Stimme ausbilden lassen! Vergiss alles andere, werde Opernsängerin.» Also ging ich nach Moskau ans Tschaikowsky-Konservatorium. Und es lief gut, sehr gut. Das Lernen fiel mir sehr leicht, meine Stimme entwickelte sich schnell. Und eines Tages bekam ich diesen Anruf aus Budapest: «Können Sie heute abend als Leonora im ‹Trovatore› einspringen?» Ich hatte gerade vor drei Wochen begonnen, die Partie zu studieren. Ich wollte an der Budapester Staatsoper singen. Also hab ich zugesagt und mein Debüt gegeben. Es war das erste Mal, dass ich ein Opernhaus von innen gesehen habe. Ich erinnere mich noch, wie ich vor der Vorstellung durch Budapest lief ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Erneut stellt sich die Frage: Was fangen wir heute an mit Titus und seiner Clemenza? Regisseur David McVicar scheint Hildesheimer gelesen zu haben, der den Edelmut des Imperators «auf Kosten jeder psychologischen Wahrheit besonders penetrant» fand, «da der Held selbst mehrfach darauf hinweist». So lässt der Regisseur an der English National Opera den Herrscher von...
Die Romantiker schienen mit dem Gesang geboren. Die Literatur der Zeit jedenfalls ist voller Sänger. Figuren, die eigens gedichtete Lieder vortragen, die an den unterschiedlichsten Orten zu unterschiedlichsten Gelegenheiten ihre Stimme erheben, für die das Singen selbstverständlich zu sein scheint. Der Gesang wird zum Lebensgefühl einer Epoche. Ihnen folgten die...
Stockhausen ist einer der großen Pioniere der elektronischen Musik. Seine Platten werden in England unter der Sparte Pop verkauft, und so manche berühmte Band hat sich besondere Effekte beim großen Meister abgelauscht. Wer Pink Floyd oder The Mothers of Invention liebt, wird sich auch in den Klängen von Stockhausen zurechtfinden. Für mich war die Begegnung mit...
