Verdi: Aida

Zürich

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«Aida» auf Tonnen von Sand in Sporthallen, als Feuerspektakel auf Europatournee, Open Air in der Arena von Verona oder vor dem Tempel der Hatschepsut in Theben – alles schon dagewesen.

Aber als Operette in einem palmenbestückten Wintergarten? Bei der Pariser Weltausstellung 1889? Oder doch 1870, zur Entstehungszeit der Oper, in einem imaginären Nobelhotel zu Lu­xor? Nicolas Joel und sein Bühnenbildner Ezio Frigerio verwandelten die Bühne des Zürcher Opernhauses in ein gläsernes Gefängnis für die Hautevolee: üppige, teure Roben und Uniformen, dazwischen ein paar ebenfalls exklusiv ausgestattete ägyptische Diener und Offiziere (Kostüme: Franca Squarciapino).
Bis zur Pause ist das Arrangement des Regisseurs eine Ansammlung symme­trischer Auf- und Abgänge, nicht mehr als schlecht beleuchteter, leerer Holly­wood-Pomp. Sogar der Stahlkonstruk­tion sieht man die Kascheur-Arbeit noch in der letzten Reihe an. Ein scheußlicher Fantasie-Panzer signalisiert Bedrohung, ein überdimensionales, aus dem Unterboden hochfahrendes Schmuckstück archäologische Ausgrabungen. Erst nach der Pause gewinnt die Aufführung an Subs­tanz. Der Nil-Akt spielt unter einem Vordach aus Tiffany-Glas mit Gizeh- und ...

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Opernwelt Juli 2006
Rubrik: Kurz berichtet, Seite 55
von Klaus Kalchschmid

Vergriffen
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