Überflüssig
Wer Lohengrin war? Diese Frage lässt sich, mit Glauben an den Mythos, noch relativ leicht beantworten, zumal der edle Ritter von der Burg Monsalvat dies Geheimnis in seiner umfassenden Erzählung selbst dem Volke kundtut. Wer aber Lohengrin ist oder vielmehr, was er sein kann, was er für uns bedeutet, als Symbol oder als Metapher, das wiederum scheint eine weit heiklere Frage. Nicht einmal (aufgeklärte) Kinder würden wohl noch die Mär von dem verwandelten Jüngling glauben, der als Schwan den Nachen zieht, in dem Lohengrin von der Schelde in die mittelalterlichen Straßen Antwerpens tritt.
Und spätestens seit Peter Konwitschnys Hamburger Geniestreich, als er die versammelte Ritterschar in ein Schulgebäude verfrachtete und damit gleichsam infantilisierte, um die Muster an Entmündigung zu zeigen, die eine hierarchisch strukturierte Gesellschaft in sich trägt, muss dieser merkwürdige Fremde im Grunde anders auf der Bühne erscheinen als in Rüstung geadelt.
In Chemnitz, wo die Intendanten-Ära Rolf Stiska nach fünfzehn wechselvollen Jahren mit Wagners romantischer Oper beschlossen wurde, scheint man von derlei Neuerungen des Regietheaters nicht allzu viel vernommen zu haben. Der Lohengrin ...
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So schlimm, wie das Gemälde auf dem Cover nahe legt, kommt es in Domenico Cimarosas im Revolutionsjahr 1789 für den Petersburger Hof komponierter «Cleopatra» nicht. Die Königin hat hier noch keine Veranlassung, sich die Natter an die Brust zu legen, denn vorläufig geht ja alles nach ihren Wünschen.
Ferdinando Morettis Libretto hat mit Shakespeares Tragödie nicht...
Herr Gallo, Sie sind dem deutschen Publikum seit vielen Jahren ein Begriff, aber über Ihre Anfänge ist hier nicht viel bekannt. Wie sind Sie zum Singen gekommen?
Gesungen habe ich schon immer, zuerst vor allem Popmusik, ein paar Jahre auch professionell. Als ich später am Konservatorium Kontrabass studierte, riet mir ein guter Freund, meine Stimme ausbilden zu...
Der Pariser Opernintendant Gerard Mortier, zu Beginn seiner Amtszeit wegen seines Reprisenspielplans gern gescholten (er wollte den Parisern eben gern einmal zeigen, was er so in Salzburg, Brüssel oder im Ruhrpott auf die Bühne gebracht hat), gewinnt für seine beiden Häuser, die Bastille-Oper und die alte Grand Opéra im Palais Garnier, zunehmend eigene Profile....
