Talentförderung mit Familienanschluss
Drei verschiedene Opern an drei aufeinanderfolgenden Tagen: Was in Berlin oder Wien noch immer selbstverständlich scheint, ist in Italien eine Attraktion. Längst hat restriktive Kulturpolitik die einst blühende Opernlandschaft zwischen Triest und Catania zerschlagen. Ausgenommen sind ein paar Leuchttürme wie La Scala oder das Orchester der Accademia di Santa Cecilia – klar. Was einmal zur gesellschaftlichen Identität gehörte, verlagert sich – geschrumpft und neu formatiert – in die Festival-Szene.
Festivals können mit ihren Programmen flexibel reagieren, brauchen Orchester und Chöre nicht als teure Dauerkollektive zu unterhalten. Ihrem Event-Charakter fließen öffentliche Gelder zu, die einem ganzjährigen Betrieb verweigert werden. Geschickt genutzt können Festivals sich ausdehnen und einer Stagione annähern.
Beispiel Ravenna. Das dortige Festival besteht aus zwei Phasen. Im Sommer läuft zwei Monate ein breit gefächertes Programm, das Orchester- und Kammermusik umfasst, aber auch Tanz, Jazz, Performance und sogar elektronische Experimente. Ein Kessel Buntes, der 2018 durch die üblichen Verdächtigen angerührt wurde: von Valery Gergiev bis Ute Lemper und Wayne Marshall. Natürlich ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Januar 2019
Rubrik: Magazin, Seite 60
von Stephan Mösch
Die Zeit ist aus den Fugen. Schreckliches werde geschehen, greint Herodes, wobei die Honigschicht der Jovialität, um die er sich ohnehin zumeist vergeblich müht, endgültig abtropft. Es geht um seine Stieftochter Salome, die verzogene Göre mit erotischem Appeal, die für erwiesene Gunstleistungen, Tanz et cetera, partout den Kopf des eingekerkerten Propheten fordert....
Das Experiment war einmalig. So zumindest empfand es der Dichter Hugo von Hofmannsthal nach einem äußerst spannungsreichen Entstehungsprozess, der beinahe zu einem Zerwürfnis zwischen ihm und dem Komponisten Richard Strauss geführt hätte. Am Ende aber stand ein überaus komplexes Meisterwerk – «Ariadne auf Naxos». David Hermann hat es nun in Dresden (nach einem...
Die Herren kennen einander. Natürlich nicht persönlich, Franz Schubert starb bekanntlich 1828, als Ian Bostridges Vorfahren noch gar nicht wussten, dass sie dereinst einen namhaften Liedsänger in ihrer Familie haben würden. Als solcher ist Bostridge seit Langem international anerkannt, zumal auf dem Gebiet der Schubert-Exegese; nicht zuletzt sein Buch über den...
