Maskenfall
Die Zeit ist aus den Fugen. Schreckliches werde geschehen, greint Herodes, wobei die Honigschicht der Jovialität, um die er sich ohnehin zumeist vergeblich müht, endgültig abtropft. Es geht um seine Stieftochter Salome, die verzogene Göre mit erotischem Appeal, die für erwiesene Gunstleistungen, Tanz et cetera, partout den Kopf des eingekerkerten Propheten fordert. In Florentine Kleppers Grazer Inszenierung ist der Tetrarch ein schmieriger Macho, der Frauen nicht nur auf dieser Masken- und Sex-Party im Penthouse, der wir visuell beiwohnen, rücksichtslos zu seiner Lust gebraucht.
Irgendwie erinnert er uns in seiner Posenfreudigkeit und dem giftgrünen Outfit aber auch an den TV-Unterhalter Thomas Gottschalk. Apropos: Könnte es sein, dass Klepper sich nicht nur, wie sie sagt, von Michel Foucault inspirieren ließ, sondern auch in die Niederungen der deutschen Fernsehunterhaltung abtauchte, etwa zur Serie «Der Bulle von Tölz», Folge: «Wenn die Masken fallen»? Manche Szene mag an diese Episode erinnern, doch vermutlich ist jede Ähnlichkeit Zufall – auch wenn wir zu Beginn eine massige Gestalt nach Art des Ottfried Fischer auf der Bühne ausmachen; freilich ist es nicht Kommissar Benno ...
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Opernwelt Januar 2019
Rubrik: Panorama, Seite 40
von Gerhard Persché
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Karl Kraus’ hintersinnige Pointierung des Wortes «Familienbande» trifft auch auf Antonio Vivaldis Oper «La verità in cimento» zu, die jetzt den 13. «Winter in Schwetzingen» eröffnete. Sieben Jahre hatte der Heidelberger Operndirektor Heribert Germeshausen im Rokokotheater in einem spannenden Gang durch die Geschichte die Entwicklung der neapolitanischen Seria...
Uraufführung
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