Spiesserglück

Janácek: Die Ausflüge des Herrn Broucek Trier / Theater

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Die Janácek-Renaissance geht weiter: Seine Opern erobern sich nach und nach den Platz, der ihnen im Repertoire gebührt, und das gilt nicht nur für «Jenufa». Auch kleinere Häuser mischen mit. Selbst vor einem lange als überkompliziert geltenden Stück wie «Die Ausflüge des Herrn Broucek» machen sie nicht mehr halt. Nun hat das Theater Trier sich an die verschachtelte Gesellschaftssatire getraut – und kann einen Erfolg zur rechten Zeit verbuchen: Nach den bislang eher zwiespältig ­aufgenommenen Opernproduktionen unter der neuen Intendanz von Karl M.

Sibelius ist der Regisseurin Jasmina Hadziahmetovic mit «Broucek» eine durchdachte, publikumsfreundliche Inszenierung gelungen.

Mathias Broucek (in Trier wird die deutsche Fassung gegeben) ist der unfreundliche Typ von nebenan. Sein Horizont reicht nicht viel weiter als bis zur Wölbung seines prallen Bauchs. Ein Spießer, der sich selbst auf Traumreise treu bleibt – ob es nun zum Mond geht oder ins frühe 15. Jahrhundert, die Zeit der Hussiten-Kriege. Stets hat Broucek nur das eigene Wohlergehen im Sinn. Die Szenenwechsel erfolgen in Trier ohne großen Aufwand, gleichsam poetisch reduziert: Zunächst lernen wir Broucek in einer Hütte kennen, ...

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Opernwelt Juni 2016
Rubrik: Panorama, Seite 55
von Claus Ambrosius

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