Sonne im Herzen
Wenn die Tage kürzer werden und die Temperaturen sinken, stellt sich auch bei Menschen, die ihre Freizeit bevorzugt in gut geheizten Theatern und Konzertsälen verbringen, der Winterblues ein. Die beiden neuen Alben von Plácido Domingo und Juan Diego Flórez sind ein probates Mittel dagegen. Denn der Madrilene wie auch sein in Lima geborener Sängerkollege präsentieren hier Lieder in ihrer Muttersprache, feiern die populäre Musik der iberischen Halbinsel und aus Südamerika.
Mag es dabei auch um dieselben Probleme mit dem Schicksal und der Liebe gehen, mit denen Menschen rund um den Globus hadern, werden diese Drei-Minuten-Dramolette doch von einem ganz eigenen, vitalen Rhythmus begleitet und von ewiger Sonne beschienen – zumindest in der Illusion des Publikums in nördlichen Regionen.
Beide CDs sind hörbar Herzensprojekte. Das Gitarrespielen hat Juan Diego Flórez schon in jungen Jahren erlernt, dann das Instrument aber für lange Zeit beiseite gelegt. Erst beim Abendritual mit den eigenen Kindern entdeckte er es wieder, und greift seitdem auch bei Konzerten am Ende gerne zur Gitarre, um sich selber bei peruanischen oder mexikanischen Standards zu begleiten.
Für «Besame mucho», seine ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Dezember 2018
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 23
von Frederik Hanssen
alpha
02.12. – 20.15 Uhr
Bach: h-Moll Messe
Chor des BR
09.12. – 20.15 Uhr
Jansons dirigiert Berg und Bruckner
Chor des BR
16.12. – 20.15 Uhr
Hengelbrock dirigiert Mozart
30.12. – 20.15 Uhr
Jansons dirigiert Dvořák
arte
03.12. – 00.40 Uhr
Mozart: Die Zauberflöte
Théâtre La Monnaie, Brüssel
ML: Manacorda, I: Castellucci, S: Bretz, van Ingelgem, Noldus, Karthäuser,...
Erkenntnis fällt nicht vom Himmel. Und gilt selten für die Ewigkeit. Weil die Dinge im Fluss sind. Wer verstehen will, sollte Kopf und Sinne in Bewegung setzen, sich öffnen für das Unvertraute, Unvorhersehbare. Und vor allem: das Gespräch suchen, fragend, forschend, ohne Scheuklappen. Zuhören, genau, geduldig, wägend – das ist eine Kunst, die wir zu verlernen...
Die Choreografin Pina Bausch ist lange nach dem Ende ihrer Karriere als Tänzerin noch zweimal als Schauspielerin aufgetreten: in Boris Blachers Gombrowicz-Oper «Yvonne, Prinzessin von Burgund» als stumme Titelfigur, in Fellinis «Schiff der Träume» als blinde Prinzessin. Die Lautlose kann sich nicht mitteilen; zum Nicht-Sehen-Können gehören die Hilflosigkeit wie das...
