Singulär
In den letzten Jahren hat sich Ewa Podles, die polnische Belcanto-Queen, mehr und mehr das Charakterfach erobert, sich in komischen («La Fille du régiment», «Cendrillon») wie in tragischen Partien («Elektra», «Pique Dame») als große Sängerdarstellerin zu erkennen gegeben. Das Kapitel Belcanto schien damit abgeschlossen. Umso größer ist die Überraschung, die mittlerweile 60-jährige Künstlerin in einem Mitschnitt aus Pesaro in der Titelrolle von Rossinis fünfter Oper «Ciro in Babilonia» zu erleben.
Hier gibt sie eine Lektion in dramatisch erfülltem, virtuosem Gesang, der an die besten Zeiten von Marilyn Horne erinnert. Die mühelosen Übergänge vom tiefsten Altregister in lichte Sopranhöhen sind atemberaubend, noch beeindruckender ist jedoch die erreichte Einheit von Text und Musik, die von den meisten Rossini-Sängerinnen vernachlässigt wird.
«Ciro in Babilonia» ist noch weit davon entfernt, ein Meisterwerk zu sein. Der 21-jährige Komponist schrieb seine fünfte Oper relativ flüchtig und musste mit einem unbedarften Libretto vorlieb nehmen, das den biblischen Stoff von Belsazar aufgreift, der hier Baldassare heißt. Doch nicht der Babylonierkönig steht im Mittelpunkt der Handlung, sondern ...
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Opernwelt Februar 2014
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 22
von Ekkehard Pluta
Impressum
55. jahrgang, Nr 2
Opernwelt wird herausgegeben von
Der Theaterverlag – Friedrich Berlin
ISSN 0030-3690
Best.-Nr. 752264
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Albrecht Thiemann (V. i. S. d....
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