Selbst ist die Frau
Als Mozart-Stadt ist Lemberg (Lviv) bislang nicht in Erscheinung getreten. Aber das könnte sich bald ändern. Jedenfalls setzt die Dirigentin Oksana Lyniv (Foto) alles daran, die 700 000-Einwohner-Kommune in der West-Ukraine unter Klassikfans bekannt zu machen. Als Schnittpunkt westlicher und östlicher Musikkulturen. Als Arbeits- und Begegnungsstätte für Künstler aus dem In- und Ausland.
Hatte nicht Franz Xaver, Mozarts Jüngster, von 1808 bis 1838 in Lemberg gelebt und hier zahlreiche Konzerte veranstaltet? Was der konnte, kann ich auch, sagte sich Lyniv, die einen Teil ihrer Ausbildung in Lviv absolvierte, sich als Assistentin Kirill Petrenkos in München den letzten Schliff holte und heute Chefin des Grazer Opernorchesters ist. Vor einem Jahr gründete sie das Kulturfest LvivMozArt und erinnerte zunächst an das fast vergessene Wirken des aus Salzburg Zugereisten. Höhepunkt der zweiten, auf zehn Juli-Tage verteilten Saison war die Aufführung einer echten Opernrarität: der 1778 in Venedig uraufgeführten «Alcide» des ukrainisch-russischen Komponisten Dmitri Bortnjanski.
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Opernwelt September/Oktober 2018
Rubrik: Magazin, Seite 98
von Albrecht Thiemann
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