Sein oder Nichtsein
Vergesst Barcelona, vergesst Madrid. Spaniens Kulturmetropole der Zukunft sollte in Valencia entstehen. Weg mit dem Ruch des Provinziellen, weg mit den Komplexen gegenüber den reichen Katalanen und den mächtigen Madrilenen. Endlich mal Spitze sein. Koste es, was es wolle. Hatte nicht Bilbao mit Frank Gehrys Guggenheim Museum vorgemacht, wie eine hässliche, darbende Industriestadt sich zum Mekka der modernen Künste aufschwang? Wäre doch gelacht, wenn die vergleichsweise wohlhabende Comunitat am Mittelmeer das nicht überbieten könnte.
So tickten Valencias Politiker, Banker und Bauunternehmer, als sie bei Stararchitekt Santiago Calatrava gleich eine ganze «Stadt der Wissenschaften und Künste» bestellten – mit einer Oper, diversen Museen, einem 3D-Kino und dem größten Seewasseraquarium Europas. Auf mehr als eine Milliarde Euro belief sich die Rechnung, als das ins ehemalige Bett des Ríu Turia geklotzte Prestigeprojekt 2006 endlich fertig war. Und jetzt?
Heute ist die Gigantomanie der kreditfinanzierten Boom-Jahre Geschichte. 100 Milliarden Euro hat die EU im Juli 2012 reserviert, um den Zusammenbruch der spanischen Großbanken zu verhindern. Nicht nur Valencia droht an den Schulden ...
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Opernwelt Februar 2013
Rubrik: Magazin, Seite 78
von Albrecht Thiemann
Ein Fisch! Endlich etwas auf dem Tisch. Satt werden Rodolfo und seine Kumpanen davon bestimmt nicht, aber was tut’s. Ein munteres Völkchen, diese Pariser Lebenskünstler, auch mit leerem Magen. So zeigen es uns viele Inszenierungen von Puccinis La Bohème, auch jene von Davide Livermore in Valencia. Seine turbulente Personenführung macht den Leuten Laune. Bei Mimìs...
Eine Boulevardzeitung fühlte sich gleich zu einer Umfrage provoziert: Ob München lieber den alten Rigoletto wiederhaben wolle? Jene Version, mit der Doris Dörrie im Jahre 2005 Verdi auf den Planeten der Affen schoss und dabei Regie-Totalschaden erlitt? Das Ergebnis ist (noch) nicht bekannt. Viel deutet jedoch darauf hin, dass die Bayerische Staatsoper nach der...
Sie kam, sang, siegte. Und vor allem: Es wirkte so, als hätte sie nie etwas anderes gemacht. Stimmt ja auch in gewisser Hinsicht: Ingeborg Schöpf singt seit 14 Jahren Operette in Dresden. Nur dass diesmal 1,8 Millionen Fernsehzuschauer dabei waren. Und dass das Ganze nicht an ihrem Stammhaus, der Staatsoperette, stattfand, sondern in der Semperoper. Der Anruf kam...
