Schwerelose Eleganz

Wie sich das Konzert- und Kulturhaus Harpa in Reykjavik vom Krisenfall zum Publikumsmagneten entwickelte

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Irgendwann haben sie die Sache selbst in die Hand genommen. Mitten in der Krise, als das Land am Abgrund stand und die meisten Isländer andere Sorgen hatten als die Baustelle am Alten Hafen von Reykjavík. Rund neunzig Millionen Euro waren bereits in das neue Konzert- und Kongresszentrum Harpa (Harfe) investiert, als der Schuldensturm über den kleinen Inselstaat hereinbrach, weil die Landsbanki und andere Geld­institute sich in den Casinos der Finanzwelt verzockt hatten.

Die 320 000 Einwohner standen noch unter Schock, da steckten Katrín Jakobsdóttir und Hanna Birna Kristjánsdóttir die Köpfe zusammen und beschlossen: Jetzt erst recht! Im Oktober 2008 war das, die Arbeiten auf dem Harpa-Gelände ruhten, die Stimmung drohte gegen das Projekt zu kippen. Und vielleicht gäbe es heute tatsächlich nur eine Bauruine, wenn dieses Frauen-Duo sich nicht eingemischt hätte. Katrín, die junge Kultusministerin von den Grünen, und Hanna Birna, die damalige Bürgermeisterin von den Konservativen (in Island redet man sich mit dem Vornamen an). Irgendwie gelang es ihnen, die Menschen und die Politik zu überzeugen, dass Island ein Zeichen des Aufbruchs brauche – ein Kulturhaus für alle. Gerade in ...

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Opernwelt Juli 2012
Rubrik: Magazin, Seite 70
von Albrecht Thiemann

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