La belezza di Sesto
Kaiser Leopold II., lässt Peter Shaffer den Salieri in «Amadeus» sagen, habe «die Ohren eines Rindviehs». Ob dies auch auf Leopolds Gemahlin Maria Luisa zutraf, die über «La clemenza di Tito» das bekannte Urteil der «porcheria tedesca» fällte, entzieht sich unserer Kenntnis. Vielleicht meinte die Spanierin damit nicht, wie allgemein angenommen wird, Mozarts Musik; vielleicht war sie intelligent genug, zwischen den Zeilen zu lesen.
Denn die Botschaft dieser Huldigungsoper von 1791 anlässlich der Prager Krönung Leopolds zum böhmischen König war in ganz bestimmter Weise an den Herrscher adressiert: als explizite Aufforderung, die von seinem Bruder Joseph II. begonnenen Reformen (Minderung der Adelsprivilegien, Aufhebung der Leibeigenschaft, Zurückdrängung des kirchlichen Einflusses auf den Staat) fortzuführen. Eine Botschaft, die bei Leopold nicht unbedingt auf fruchtbaren Boden fiel.
Wie dem auch sei: Die vermeintliche Milde des Herrschers ist, wie uns Michael Schade nun in Jürgen Flimms Neuinszenierung des Werks an der Wiener Staatsoper wieder vorführt, keine eindeutige. Denn sie versagt ihm, was vordem für ihn Glück bedeutete: die Fähigkeit zu Freundschaft und Liebe. Seltsam ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Juli 2012
Rubrik: Panorama, Seite 56
von Gerhard Persché
ARTE
1.7. – 15.05 Uhr
Lully, ein unbequemer Komponist.
Dokumentation von Olivier Simonnet. Mit Philippe Jaroussky, Christina Pluhar, Véronique Gens und Thierry Hancisse.
1.7. – 18.30 Uhr
6./12./18./24./30.7. – 6.00 Uhr
Russische Musik.
Orchestre de Paris, Kazuki Yamada. Solist: Jean-Yves Thibaudet, Klavier. Werke von Glinka und Chatschaturjan.
2.7. – 0.25 Uhr
Lucerne...
Von Dietrich Fischer-Dieskau habe ich gelernt, dass es im Lied nicht um den Gesang oder die Stimme geht, sondern um das Erzählen von Geschichten. Schon bevor ich in seine Liedklasse kam, hat mich sein Umgang mit der unglaublichen Feinheit der Sprache fasziniert. Das Leben der Musik fängt erst an, wenn man sie von der Sprache her versteht. Das betrifft nicht nur die...
Für viele gehört Dietrich Fischer-Dieskau neben Enrico Caruso und Maria Callas zu den drei wichtigsten Sängern des 20. Jahrhunderts. Was er mit den beiden gemeinsam hatte, war weder das Repertoire noch die Art zu singen, sondern die immense, durch Aufnahmen gestützte Wirksamkeit. Fülle und Vielfalt seines Repertoires waren und sind ohne Vergleich. Er hob das...
