Schauplatz Raffinerie, Spielplatz Theater
Max Reinhardt gehört zu Salzburgs Gründervätern. Dennoch musste man, wie so oft schon, bei den Bregenzer Festspielen an einen seiner Aussprüche denken. Nördlich von Verona, hat er einst sinngemäß befunden, solle man mit Freiluft-Aufführungen zurückhaltend verfahren. Weiß Gott, ruft man sich den Premierentag des Spiels auf der Seebühne ins Gedächtnis. Den ganzen Tag über wieder der Bregenzer Sorgenblick zum Himmel. Strahlend blau wechselte in Minutenabstand mit Grauschwarz – unablässig. Am Abend dann die permanente Regendrohung. Letztlich ging’s dann aber gut.
Diesmal wartete Giuseppe Verdis «Troubadour» insgesamt sechsundzwanzigmal auf die jeweils siebentausend Zuschauer. Der Hit draußen, die Wiederentdeckung drinnen – so lautete wie nahezu jedes Jahr die Bregenzer Programmlosung. Im Festspielhaus, in dem unterdessen mit dem Umbau begonnen wurde, galt der nachdrückliche Hinweis der komischen Oper «Maskerade» von Carl Nielsen, dessen Sinfonien im Übrigen im Zentrum der Bregenzer Konzertdramaturgie standen – ein Hinweis mit hoffentlich endlich einmal dauerhaftem Echo.
Einen Vorteil hat Bregenz, auch wenn die Bodensee-Oper wirklich mal dem Regen zum Opfer fällt und zur ...
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Im Jubiläumsjahr 2006 wollen die Salzburger Festspiele alle zweiundzwanzig Mozart-Opern szenisch aufführen. Die großen Stücke werden von den Festspielen selbst produziert. «Don Giovanni» und «La clemenza di Tito», von Martin Kusej inszeniert, liegen schon vor. In Herrmann-Inszenierungen existieren bereits «Così fan tutte» und, noch aus der Mortier-Ära, «Idomeneo»....
Am Cembalo spielt er Bach und Scarlatti, doch als Operndirigent hat es Christophe Rousset auf Raritäten abgesehen: Mit besonderer Vorliebe widmet sich der Franzose dem Musiktheater des Rokoko und verortet Ausgrabungen wie Tommaso Traettas «Antigona» und zuletzt an der Leipziger Oper Johann Christian Bachs «Temistocle» im Spannungsfeld zwischen später Opera seria,...
Dieser im Klangbild klare, rauscharme, wenn auch mit kleinen Aussetzern behaftete und in den großen Chorszenen manchmal etwas detonierende Premieren-Mitschnitt des «Rienzi» (TKM Records Slovenia Sazas) ist ein Unikum: eine auf die Hälfte des Originals – oder dessen, was gedruckt überliefert ist – eingedampfte Bearbeitung mit Wagners nachkomponiertem heroischen...
