Schatten der Vergangenheit
Manchmal braucht es eben den Impuls der Obrigkeit. Auch in künstlerischen Dingen. Die Uraufführung von Giovanni Pacinis «Alessandro nell’Indie» am 29. September 1824 in Neapel war ein fades Ereignis, jenseits von Reinfall und Glücksfall. Erst als König Ferdinand IV. bei der zweiten Aufführung den Applaus vorgab, entschied sich der Erfolg dieses Werkes. Noch in derselben Saison wurde das Stück 36 weitere Male an San Carlo gespielt – zum Vergleich: «Lucia» brachte es auf 22 Aufführungen, «Roberto Devereux» auf 19. Heute haben sich die Verhältnisse bekanntlich verschoben.
Das Libretto zu diesem frei bearbeiteten Stoff um die historisch auf das Jahr 326 v. Chr. datierte Schlacht am Hydaspes zwischen Alexander dem Großen und dem indischen König Poros basiert auf einer Vorlage von Metastasio. Es ist dies die bereits dritte Gesamtproduktion einer Pacini-Oper – nach «Maria Regina d’Inghilterra» und «Carlo di Borgogna» – und mehreren Aufnahmen mit Einzelszenen, die nun bei Opera Rara vorliegt. Produziert wurde im Mehrkanalton-System. Die räumliche Klangqualität ist insgesamt überzeugend. Dass die hinteren Surround-Boxen und der Subwoofer, verglichen mit ähnlichen Aufnahmen, eine nur ...
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