Sag mir, aus welcher Oper dein Klingelton stammt!
Man kann die Klagen bald nicht mehr hören: Das Publikum klassischer Konzerte und Opernaufführungen sei überaltert, und der jüngeren Generation fehle die Bildung, um Mozart, Verdi oder Wagner zu verstehen. Ganz zu schweigen vom Musiktheater des 20. und 21. Jahrhunderts. Statt bloß zu jammern, sind Orchester wie Opernhäuser längst zur Offensive übergegangen – frei nach dem Motto: Wenn Kinder und Jugendliche nicht mehr von selbst zu uns kommen, gehen wir eben zu ihnen.
Das Spektrum der Programme und Projekte, die sich speziell an den Nachwuchs wenden, ist mittlerweile fast unüberschaubar: Die Opernpädagogik in Deutschland kann pragmatisch und breitenwirksam sein, aber auch frech und bilderstürmerisch. In vielen Opernhäusern ist die Kinder- und Jugendarbeit heute die kreativste Abteilung. Gleichwohl gehört Mut dazu, um ihr freie Hand zu lassen, denn manchmal durchkreuzen die Ideen der Musiktheaterpädagogen den gut geölten Repertoirebetrieb. Oper für Kinder, Oper mit Kindern – das ist das «Thema» dieses Heftes. Ein Essay zeigt, mit welchen Konzepten, Erfahrungen und Perspektiven um die Kleinen und Kleinsten geworben wird – und stellt einige der meist hinter den Kulissen ...
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Max von Schillings’ Ehe- und Eifersuchts-Thriller «Mona Lisa» gehörte zu jenen Stücken, die Christian Thielemann an der Deutschen Oper machen wollte – und das (so seine Auskunft) aus Furcht vor leerem Haus dann doch nicht kam. Die mehr als zweitausend Vorstellungen der Oper seit 1915 lassen sich heute vor allem unter der Annahme nachvollziehen, dass Spitzensänger...
Im heutigen Opernalltag sind gute Tenöre, vor allem für Verdi und Wagner, Ausnahmeerscheinungen. In früheren Zeiten dagegen war die Konkurrenz so groß, dass viele nach heutigen Maßstäben erstklassige Fachvertreter rasch wieder in Vergessenheit gerieten. Für den systematischen Sammler historischer Recitals gibt es da immer wieder Entdeckungen zu machen.
Der...
Mit Alberto Franchettis «Germania» wollte Kirsten Harms ein Zeichen setzen, wohin es künstlerisch in den nächsten fünf Jahren an der Deutschen Oper Berlin gehen soll. Sechs große Premieren pro Spielzeit sind geplant, darunter je zwei Ausgrabungen. Die «Wiederentdeckungs»-Reihe wird als eine der Repertoire-Säulen dem Haus unverwechselbares Profil geben – neben...
