Wenn ein Italiener von Deutschland träumt
Mit Alberto Franchettis «Germania» wollte Kirsten Harms ein Zeichen setzen, wohin es künstlerisch in den nächsten fünf Jahren an der Deutschen Oper Berlin gehen soll. Sechs große Premieren pro Spielzeit sind geplant, darunter je zwei Ausgrabungen. Die «Wiederentdeckungs»-Reihe wird als eine der Repertoire-Säulen dem Haus unverwechselbares Profil geben – neben einem Strauss-Zyklus, Wagner und großer italienischer Oper. Wie ernst die Intendantin und ihr Chefdramaturg Andreas K. W.
Meyer den Begriff «Ausgrabung» nehmen, zeigt der Umstand, dass sie Jacques Offenbachs ursprünglich ins Auge gefasste «Rheinnixen» wieder fallen ließen, als sich abzeichnete, dass sich auch andere Bühnen für die auf CD greifbare Deutschland-Oper interessieren. An der Bismarckstraße will man nicht selten gespielte Werke nachinszenieren, sondern – wenn schon, denn schon – «Meisterwerke», wie Harms betont, ins Gespräch bringen, die man sonst nirgendwo hören kann. Und zwar, der Größe des Hauses entsprechend, vornehmlich aus Spätromantik und Expressionismus.
Ein tollkühnes Unterfangen angesichts der notorischen Unterfinanzierung der Berliner Opernstiftung, die die Künstlerischen Leiter zwingt, Visionen durch ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tan Dun, am 21. Dezember kommt an der Metropolitan Opera in New York Ihre neue Oper, «The First Emperor», heraus. Sie haben dieses Werk im Auftrag der Met geschrieben. Wie kam es zu diesem Auftrag?
Ich glaube, dass ich die Entscheidung der Met, bei mir eine Oper zu bestellen, nicht zuletzt «Opernwelt» zu verdanken habe. «Marco Polo», meine erste Arbeit für die...
Frau Heidenreich, Sie sind nicht nur eine leidenschaftliche Leserin belletristischer Literatur, Sie lieben auch die klassische Musik, zumal die Oper. Woher rührt diese Zuneigung?
Das kommt von meiner Mutter. Sie war sehr musikalisch und konnte jede Melodie nachsingen, die sie irgendwo gehört hatte. Und zwar, ohne je die Stimme geschult oder ein Instrument gelernt zu...
Es dürfte eine der reizvollsten Opern-Trouvaillen der letzten Zeit sein, die dem Lübecker Theater da gelungen ist: «Grisélidis», Jules Massenets «Conte lyrique» von 1901, bisher noch nie auf einer deutschen Bühne zu sehen. Die anrührende, mit zu Herzen gehendem Sentiment gezeichnete Leidensgeschichte einer «Femme fragile», deren «Fragilité» sich durchsetzt gegen...
