Romas Wandlungen
Draußen duften während der Pausen Bratwürste, und gegen Abend wird es ein bisschen nasskühl. Der oberfränkische Hügel muss also irgendwie ganz nah sein. Drinnen läuft Richard Wagner, inszeniert von Katharina Wagner, und wenn es nach dem medialen Aufgebot geht, das diese Premiere begleitet, dann ist Bayreuth wirklich nicht weit entfernt.
Außerdem sind natürlich alle da, die zum alten und zum neuen Clan gehören: Patriarch Wolfgang ist zwar nicht nach Bremen gekommen, aber seine Schwester Verena; natürlich Eva, die neue Co-Chefin (am Arm des Nachlassverwalters von Friedelind); dazu zwei Männer, deren Einfluss kaum unterschätzt werden kann: Herr Müller, der Hausanwalt der Familie, und Herr Schmidt, der Vorsitzende der Freunde, der intern als Architekt der aktuellen Führungslösung gilt; ferner natürlich diverse Vorsitzende der Wagner-Verbände, Mit- und Zuarbeiter aus Bayreuth, namhafte Wagner-Forscher, Dramaturgen großer Häuser. Sogar Hamburgs Opernchefin Simone Young steckt im Gewusel.
Bei einem Empfang vor der Premiere hatte Hans-Joachim Frey, der Bremer Intendant, ein «großes Opernschauspieldrama» versprochen und den Abend in die Tradion des Hauses eingebunden. Die dreißigjährige ...
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