... «Ring»
Herr Steffens, Ihr «Ring»-Projekt für Halle und Ludwigshafen hat in beiden Städten nicht nur Begeisterung ausgelöst. Braucht Ludwigshafen wirklich einen eigenen «Ring», wenn nebenan in Mannheim auch einer angeboten wird? Und braucht Halle einen «Ring», wenn man Wagner auch gleich um die Ecke in Leipzig hören kann?
Mich stört dieses Zuweisungsdenken. Es kann doch nicht sein, dass Ludwigshafen nur Kleinkunst veranstalten soll, weil es eine Arbeiterstadt ist, während sich die Hochkultur in Mannheim abspielt. Auch Ludwigshafen besitzt mit seinem Pfalzbau schließlich ein Opernhaus.
Außerdem sind wir zuerst mit unserer «Ring»-Idee herausgekommen – als wir das Projekt vorgestellt haben, gab es nur Gerüchte über einen neuen Mannheimer «Ring». Im Übrigen: Hätte ich einen Zyklus mit Mozarts «Da Ponte»-Opern angekündigt, hätte keiner was gesagt. Obwohl der genauso teuer geworden wäre. Aber Wagner provoziert nun mal – den Kampf müssen wir aushalten.
Dennoch kann man sich fragen, warum alle Häuser zum Wagner-Jahr ausgerechnet den «Ring» stemmen müssen – es gäbe ja auch noch andere Möglichkeiten.
Sicher hätten wir auch einen Wagner-Zyklus aus drei Opern anbieten können. Aber für uns war der «Ring» ...
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