Reizvolle Trouvaille
Schon der Name «Neue Düsseldorfer Hofmusik» zeigt, dass man bei der Gründung des Barockorchesters im Jahr 1995 einen spezifisch lokalen Anknüpfungspunkt suchte. Man fand ihn in den Jahrzehnten um das Jahr 1700, als Düsseldorf für rund fünfunddreißig Jahre Sitz des pfälzischen Kurfürsten Johann Wilhelm («Jan Wellem») und eine der glanzvollsten deutschen Barockresidenzen war.
Doch die Musiker kümmerten sich auch (und sehr erfolgreich) um das barocke und frühklassische Standardrepertoire – vor den einstmals hochgeschätzten, heute aber vergessenen Komponisten des Düsseldorfer Hofes, Carlo Luigi Pietragrua etwa oder Johann Hugo Wilderer, schreckten die meisten Veranstalter zurück. So dauerte es über zehn Jahre, bis eines der Lieblingsprojekte des Ensembles, die szenische Aufführung einer Oper des Hofkomponisten Wilderer, realisiert werden konnte. Den willkommenen Anlass boten jetzt die vielfältigen Aktivitäten, mit denen die Stadt Düsseldorf den 350. Geburtstag des Kurfürsten begeht.
Mit Wilderers «Giocasta» (gemeint ist hier übrigens keineswegs die Mutter und Gattin des Ödipus, sondern eine legendäre Königin von Armenien) wurde 1696 das erste Düsseldorfer Opernhaus eingeweiht. Die ...
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Sanft kräuselt der Wind die Oberfläche des Sees. Schilf wiegt sich im Takt der Wellen. Endlose Wälder säumen die Ufer. Die Konturen ferner Berge zeichnen sich am Horizont ab. Ein Ort für erhabene Gefühle, für frei fliegende Gedanken. Die hatte auch der Sänger und Regisseur Sten Niclasson, als er vor zwölf Jahren erstmals dieses Ufer bereiste und unbedingt die...
