Raus aus dem Haus

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Mit interdisziplinären Projekten des Musiktheaters hat Berthold Schneider, seit 2016 Intendant der Wuppertaler Oper, jede Menge Erfahrung. Schon am Anfang seines Weges durch diverse Häuser (Hamburg, Mannheim, Saarbrücken, London/ ENO, Darmstadt u. a.) experimentierte er mit neuen Formaten. In der ehemaligen Staatsbank am Berliner Gendarmenmarkt etwa inszenierte er 2005 auf mehreren Etagen Philip Glass’ und Robert Wilsons Kultstück «Einstein on the Beach». Auch an seiner neuen Wirkungsstätte wirbelt Schneider auf ungewohntem Terrain.

Unter dem Motto «Sound of the City» tauchen etwa zu später Stunde Musiker des städtischen Sinfonieorchesters im U-Club auf, einem ehemaligen Weinkeller, um gemeinsam mit einem DJ live über Motive aus Mussorgskys «Eine Nacht auf dem kahlen Berge» zu improvisieren. Und der Opernchor zieht, leuchtend beschirmt, von Schlagwerk, dem Freejazz-Trio Gorilla Moon (am E-Bass: ein Kontrabassist des Orchesters) und Hunderten Besuchern begleitet, durchs Abenddunkel des Skulpturenparks «Waldfrieden», Bruchstücke aus Strawinskys «Les Noces» singend (Kuratorin: Alexandra Holtsch). Seit drei Jahren schwärmt die Wuppertaler Oper inzwischen mit lustvoller Entdeckerfreude ...

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Opernwelt September/Oktober 2019
Rubrik: Magazin, Seite 99
von Albrecht Thiemann

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