Quadratur des Kreises

Die Nationaloper Sofia feiert Wagner mit dem Abschluss des ersten «Ring»-Zyklus in Bulgarien

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Nach Walhalls Feuertod stehen, wie von Zauberhand herbeigeschafft, Gestecke auf der leeren Bühne. Und aus dem Unterboden fährt ein Wagner-Konterfei (frei nach Lenbach) auf, gerahmt, filmplakatgroß, mit Barett, Samt und Seide. Das Publikum ist im siebten Himmel. Stehende Ovationen für den Jubilar. Erst dann treten Solisten, Dirigent und Produktionsteam ins Rampenlicht.

Plamen Kartaloff, Intendant der Nationaloper Sofia und Mastermind des ersten «Ring»-Zyklus der bulgarischen Theatergeschichte, hat es tatsächlich geschafft: Seit 2010 feierte sein Haus Richards Geburtstag Jahr für Jahr mit einem neuen Stück aus der Tetralogie (siehe OW 7/2010, 6/2011, 7/2012); zum Zweihundertsten gab es, Gipfel der Anstrengungen, die «Götterdämmerung». Stolz, Freude, Respekt allenthalben. Aber auch Erleichterung, dass trotz schwieriger Bedingungen nichts aufgeschoben, gar aufgegeben werden musste.

Gemessen am Durchschnittseinkommen seiner gut sieben Millionen Bürger gehört Bulgarien zu den ärmsten Ländern Europas. Sänger, Musiker, Bühnentechniker erhalten nur einen Bruchteil der im Westen üblichen Gehälter. Zwar steht der Staat für die Unterhalts- und Personalkosten der Theater gerade, aber das Geld ...

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Opernwelt Juli 2013
Rubrik: Magazin, Seite 72
von Albrecht Thiemann

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