Halbe Strecke

Wiener Festwochen II: Philipp Stölzl inszeniert Verdis «Trovatore» als Comic Strip

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Schmacht, schmatz, grummel, tob, peng, ächz, krächz, schluchz. Verdis Troubadour in Sprechblasen? «Alles drängte in ihm zum Ausruf, zum Aufschrei, zur Kürze. Wenn es möglich gewesen wäre, hätte er Opern komponiert, deren Text nur Jubelrufe, Freudenlaute, Seufzer, Schmerz- und Racheschreie hätten sein müssen...» Dass das Programmheft zu Philipp Stölzls Neuinszenierung des «Trovatore» bei den Wiener Festwochen (im Theater an der Wien) aus Franz Werfels Verdi-­Roman zitiert, ist natürlich Absichtserklärung. Stölzl inszeniert das Ganze quasi als Cartoon.



Der Regisseur und sein Dramaturg Jan Dvorák berufen sich dabei auf die comic-hafte Faktur des Stücks, das archetypische Bilder der Schauerromantik fast ohne Zusammenhang biete: Spuk, Zigeuner, Ritter, Kinderverwechslung, Hexenverbrennung, Nonnen, Duelle, Kerker, Gift und Dolch. So reihen sie parataktisch groteske und auch klamaukige Bilder sowie surrealistische Projektionen (Bühne: Stölzl und Conrad Moritz Reinhardt, Video: fettFilm) wie aus einem zum Comicstrip konvertierten spanischen Ritterroman aneinander. Zugleich spielen sie vor allem in der Figur der Azucena auf Jean-Martin Charcots Untersuchungen zur Hysterie an, die im ...

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Opernwelt Juli 2013
Rubrik: Magazin, Seite 75
von Gerhard Persché

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