Puccini: La Bohème

Bonn

Opernwelt - Logo

Così fan tutte – so machen’s alle. Nicht aber in Bonn im Falle von Puccinis «La Bohème», einer Oper, der man sich aufgrund vieler klischeehafter Aufführungen eigentlich mit Vorbehalten zu nä­hern pflegt. Bei Dietrich Hilsdorf jedoch, einem vor Ort seit vielen Jahren vertrauten Regisseur (wenn auch leider nicht mehr im Schauspiel), dürfen Erwartungen an eine inspirierte, berührende In­szenierung hoch angesetzt werden. Für diesmal soll aber zuerst der Dirigent ­Erich Wächter genannt sein, seinerseits regelmäßiger Gast in Bonn.

Bei «La Bo­hème» erweist er sich als Klangmagier, schöpft die reiche Puccini-Palette mit ihren Stimmungen und dynamischen Schattierungen voll aus. Das Beethoven-Orchester wirkt inspiriert wie selten.
Dass das «schöne» Leben der Protagonisten von Henri Murgers Roman und der Oper immer auch ein «schreckliches» ist, lässt die Inszenierung immer wieder  deutlich werden. In großen Umrissen hält sich der Regisseur zwar an bekannte Bildlösungen, reichert sie jedoch mit vielen kleinen Episoden, humoristischen Lichtmarken und pittoresken Nebenschauplätzen an. In diesem Ambiente (vage lokalisiert im Paris der Zeit nach 1945 – so jedenfalls ist das groß dimensionierte ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt November 2007
Rubrik: Kurz berichtet, Seite 47
von Matthias Norquet

Vergriffen
Weitere Beiträge
Akzentuiert und ausgewogen

«Ich versuche, bereits bei den ersten Proben die Partitur so verständlich zu machen, dass die Musiker – und durch sie auch die Zuhörer – alle Details hören können, die zu dem Werk gehören. Deswegen arbeite ich mit dem Orchester immer sehr ausführlich an der Artikulation und der Balance zwischen den einzelnen Instrumentengruppen.» So antwortete Simone Young kürzlich...

Einer für alle

Selbst sein Tod geriet zum Medienereignis. Nur wenige Stunden, nachdem Luciano Pavarotti in den Morgenstunden des 6. September einem Krebsleiden erlegen war, sendeten die Radioanstalten erste Nachrufe. Am Abend desselben Tages räumten die Hauptnachrichtensendungen der Kunde von seinem Tod einen Platz ein, wie er nur wenigen Persönlichkeiten des ­öffentlichen Lebens...

Ein Versprechen

Als Siegerin ist Elina Garança eingezogen ins Theater ihrer Heimatstadt Riga. Auf zwei Tischen vor den seitlichen Parketteingängen standen gut und gern drei Dutzend gewaltige Blumensträuße mit den Glückwünschen und Grüßen all derer, die sich der Gunst der Sängerin versichern wollten. Im Parkett der scheidende und der designierte Chef der Wiener Staatsoper, der neue...